Mannschaft des Monats will weiter Punkten.

erstellt am: 07.04.2018 | von: admin | Kategorie(n): Alle

Der Tabellenvierte TuS Koblenz II hat den Fußball-Rheinlandligisten TuS Oberwinter bei seiner Aufholjagd auch nicht stoppen können. Wird nun der Tabellendritte SG 99 Andernach die Siegesserie des Aufsteigers beenden? Die Antwort darauf gibt es am Sonntag ab 15 Uhr im Derby auf dem Kunstrasen im Andernacher Stadion.

Ausgangslage: Zu behaupten, der TuS Oberwinter sei in der Rheinlandliga derzeit die Mannschaft der Stunde, geht fast schon als Untertreibung durch. Richtiger wäre: Es ist die Mannschaft des Monats. Immerhin hat sich der TuS mit dem schwungvollen 4:1 zu Hause gegen die Reserve der TuS Koblenz, dem vierten Sieg in Folge, erstmals seit dem 14. Spieltag wieder auf einen Nichtabstiegsplatz gehievt – nicht schlecht für eine Mannschaft, die zuvor neunmal in Folge nicht gewonnen hat.

Gegner: Freilich hat nicht nur der TuS wieder Tabellenbereiche erklommen, die lange Zeit fern lagen. Auch die SG 99 Andernach steht derzeit als Dritter so gut da wie schon lange nicht mehr, seit dem sechsten Spieltag, genauer gesagt. Nach zweimal Rang eins Anfang der Saison ging die Kurve für die Mannschaft von Trainer Franz Kowalski runter bis auf Rang acht. Dabei verfügt die SG 99 über die beste Offensive der Liga. Wobei sich die 64 Tore auf viele Schultern verteilen, Jan Hawel etwa hat elfmal getroffen, Daniel Kossmann zehnmal, Kadir Mete Begen kommt auf neun, Hakan Külahcioglu auf sieben und Maximilian Hilt noch auf sechs Tore – da muss der Gegner auf mehr als nur einen Stürmer aufpassen. Dass Andernach mit so viel Offensivraft nicht dauerhaft ganz oben mitmischt, liegt auch an der mitunter wackligen Defensive. Drei eigene Tore reichen nicht immer zu einem Punktgewinn, wie das 3:4 gegen den FSV Trier-Tarforst, das 3:5 gegen den VfB Linz, das 3:4 gegen den SV Windhagen oder gar das 3:7 gegen den SV Mehring – allesamt zu Hause – eindrucksvoll belegen. „Eigentlich ist Andernach in der Abwehr stabil, die vielen Gegentore überraschen mich auch“, sagt TuS-Trainer Tomas Lopez, der beim Gegner neben dem ausgeglichen starken Kader besonders die gefährlichen Standards bei Ecken, Freistößen und auch Einwürfen schätzt.

Hinspiel: Torreich ging es auch am 10. Oktober in Bandorf zu, allerdings waren die Tore ziemlich einseitig verteilt. Beim 5:1-Sieg, dem ersten nach vier Niederlagen am Stück, ließ die SG 99 dem TuS keine Chance. Schon nach vier Minuten lag Oberwinter mit 0:2 zurück. Das 1:5 von Sebastian Sonntag fünf Minuten vor Schluss war nur schlechte Kosmetik. „Wir haben ein Problem mit dem Kopf und der Leidenschaft“, urteilte TuS-Trainer Tomas Lopez enttäuscht.

Statistisches: Die Andernacher könnten noch besser dastehen, wenn sie sich zu Hause nicht schon fünf Niederlagen erlaubt hätten. Warum die SG 99 derzeit auswärts besser zurechtkommt, vermag auch SG-Trainer Franz Kowalski nicht so recht verstehen: „Das ist ein Phänomen, seit wir in der Rheinlandliga sind. Wir spielen dabei eigentlich immer gleich, suchen in jedem Spiel unser Heil in der Offensive und drücken auf das Tempo. Was zuletzt aber herausstach, war die unterschiedliche Effektivität.“

Aber auch so ist die SG 99 mit 17 Punkten die beste Rückrundenmannschaft. Allerdings ist der TuS in dieser Statistik auf dem besten Weg aufzuholen. Vier Siege am Stück hat der TuS in der vergangenen Saison zwar in der Bezirksliga geschafft (sogar acht), aber nicht in seiner bisher letzten Rheinlandligasaison 2014/15, wo es nur einmal zwei Siege gab.

Bemerkenswert: Während Oberwinter in der gesamten Hinrunde in 17 Spielen auf nur 27 Treffer kam, gelangen bei den jüngsten vier Siegen beachtliche 16 Tore. In den bisherigen sieben Duellen mit Andernach gab es für den TuS nur zwei Siege und ein Remis.

Trainerwort: Die Sorge, dass seine Mannschaft angesichts der jüngsten Erfolge abheben könnte, umtreibt TuS-Trainer Tomas Lopez nicht: „Andernach ist einer der schwierigsten Gegner, die wir im Moment bekommen können, da werden meine Spieler bestimmt nicht in der Erwartung dahinfahren, dass sie das Spiel mal eben mit links gewinnen könnten.“ Dass sie jetzt natürlich mit mehr Selbstvertrauen zur Sache geht, kann ihm nur recht sein: „Die Sicherheit ist wieder da. Das macht sich auch im spielerischen Bereich bemerkbar.“ Ein weiterer Baustein im Erfolgskonstrukt: „Wir haben gegen Koblenz zum ersten Mal seit langer, langer Zeit in unveränderter Aufstellung gespielt.“

Personal: Ein drittes Mal in Folge wird Lopez seine Mannschaft nicht ohne Veränderung aufs Feld schicken: Die gegen Koblenz erlittene Verletzung von Stürmer Tim Palm hat sich als Fußbruch erwiesen, für ihn ist die Saison beendet. Björn Thünker hat sich zudem einen leichten Muskelfaserriss zugezogen. Dafür ist die Rot-Sperre von Yannick Schweigert abgelaufen. Für Tim Palm könnten Thomas Enke, Paul Gemein oder Deniz Öztürk in die Spitze rücken.

Die Andernacher Startelf wird sich im Vergleich zur Vorwoche kaum ändern. Tobias Nix ist weiterhin verletzt. Alexander Unruh füllte die Position im defensiven Mittelfeld sehr gut aus. Möglich, dass Torjäger Daniel Kossmann nach seiner Verletzung erstmals wieder auflaufen wird.

Quelle: Rhein-Zeitung