Niederlage in Andernach!

erstellt am: 08.04.2018 | von: admin | Kategorie(n): Alle

Andernach stoppt Oberwinters Siegesserie

Mit dem 3:1 (1:0)-Heimerfolg gegen TuS Oberwinter hat Fußball-Rheinlandligist SG 99 Andernach seinen dritten Tabellenrang gefestigt und endlich seinen Anhängern wieder einen Dreier auf heimischem Geläuf beschert. Der einige Kilometer rheinabwärts beheimatete Gast und Lokalrivale erlitt nach vier Siegen in Serie einen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt und nimmt weiter Platz 15 ein.

Für TuS-Trainer Tomas Lopez war die Auswärtsniederlage bei einem Team aus der oberen Etage kein Beinbruch. „Wir waren sogar spielerisch die bessere Mannschaft und haben uns selbst durch unverzeihliche Fehler in der Abwehr um den verdienten Lohn gebracht“, lautete sein Fazit nach 90 Derbyminuten, die wegen der sommerlichen Temperaturen bei allen Akteuren Spuren hinterlassen haben. Mit einem geschenkten Tor, so Lopez, geriet sein Team zu Beginn des Spiels ins Hintertreffen, und auch das 0:2 resultierte aus individuellen Schwächen in der Defensivabteilung. Beim 1:0 (4.) ließ sich Mirko Koll von seinem Gegenspieler Hakan Külahcioglu düpieren, der anschließend die Kugel nach innen passte, wo Kapitän Kim Kossmann völlig frei stehend nur noch einzulochen brauchte.

Dem zweiten Gegentreffer (54.) ging eine Szene voraus, die man mit einem Befreiungsschlag längst hätte bereinigen können. Der aus der Unentschlossenheit und unnützem Ballgeschiebe resultierende Einwurf leitete das Verhängnis ein. Hatte man noch nie von der Andernacher Wunderwaffe gehört oder gelesen? So jedenfalls schien es, als Philipp Schmitz einen seiner gefürchteten langen Einwürfe so in den Strafraum platzierte, dass Kopfball-Spezialist Jan Hawel nur noch die Stirn hinhalten brauchte, um Torhüter Benjamin Kauert zum zweiten Mal hinter sich greifen zu lassen. Man muss den Gästen aus Oberwinter zugute halten, dass sie sich durch diese Missgeschicke nicht sonderlich beeindrucken ließen. Es spricht für die gute Moral, dass sie weiterhin die Offensive suchten und vor allem im ersten Durchgang mehrfach Chancen zum Ausgleich besaßen. Und jedes Mal war Paul Gemein beteiligt, wenn es vor dem Andernacher Gehäuse gefährlich wurde. Das begann mit zwei Distanzschüssen in der 10. und 15. Minute, setzte sich fort mit zwei gescheiterten Versuchen, den Ball an Torhüter Steffen Weber vorbei ins Netz zu schieben: einmal aus halblinker Position (34.) und einmal im Torraum (38.), nachdem Deniz Öztürk Gemein mit einem Querpass glänzend angespielt hatte. Auch Sebastian Sonntag hatte Fortuna nicht auf seiner Seite, als sein Kopfball (26.) nur die Latte streifte.

Von den Platzherren war nach dem Führungstreffer nicht mehr viel zu sehen. Erwähnenswert ist lediglich die Szene, als Daniel Kossmann (24.) Torwart Kauert dazu zwang, die Kugel über die Querlatte zu lenken. Wie sich die Bilder glichen: Auch nach dem 0:2 ergriff das TuS-Team erneut die Initiative und versuchte mit unterschiedlichen Mitteln, die jetzt deutlich verstärkte Abwehrreihe der Gastgeber zu überwinden. Nach einer Stunde war man endlich erfolgreich: Die Öztürk-Flanke von rechts verlängerte Thomas Enke mit dem Kopf zum 1:2 In der Folge war es wieder Gemein, der mal mit einem platzierten Distanzschuss, mal mit einem Solo versuchte, eine Lücke zu finden.

Die Begründung, warum dies alles nicht zum Erfolg führte, lieferte Andernachs Trainer Franz-Josef Kowalski: „Wir haben deutlich tiefer und damit auch kompakter gestanden. Das war nach der vorausgegangenen Gegentorflut auch bitter nötig. Mit viel Aufwand und großer Effektivität haben wir ein für uns erfreuliches Ergebnis erzielt.“ Der Sieg hätte deutlich höher ausfallen können, wenn die Konter in der Schlussphase besser genutzt worden wären. So aber ließ sich Kauert im TuS-Tor nur noch einmal überwinden, nachdem er zuvor mehrfach ein weiteres Gegentor verhindert hatte. Der aufgerückte Jörn Heider (89.) war der Schütze zum 3:1-Endstand.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Josef Schneider

SG 99 Andernach: Weber, Schmitz, M. Begen, K. Begen, Heider, Neunheuser, Unruh, K. Kossmann (74. Urbatzka), D. Kossmann (67. Zeneli), Külahcioglu (83. Bajrami), Hawel.

TuS Oberwinter: Kauert, Koll, Irmgartz, Münch, Merken, Nuhn, Öztürk, Sonntag, Enke, Jaber (9. Schweigert), Gemein.

Schiedsrichter: Julian Jung (Giesenhausen).

Zuschauer: 180.

Tore: 1:0 K. Kossmann (4.), 2:0 Hawel (54.), 2:1 Enke (62.), 3:1 Heider (89.).

Quelle:Rhein-Zeitung