Minimalziel in Malberg erreicht!

erstellt am: 14.05.2018 | von: admin | Kategorie(n): Alle

Malberg zwischen Rat- und Fassungslosigkeit – SG kommt gegen Oberwinter über ein 2:2 nicht hinaus

Nach Spielschluss haderte Michael Boll zuallererst mit dem Fußballgott. „Der will es momentan einfach nicht mit uns“, sagte der Trainer der SG Malberg/Rosenheim nach dem ernüchternden 2:2 (1:2) gegen den TuS Oberwinter. Ernüchternd deshalb, weil es die Rot-Weißen vor allem in der Schlussphase verpassten, aus dem einen Punkt gleich drei und damit einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib in der Fußball-Rheinlandliga zu machen. Der TuS Oberwinter freundete sich dagegen mit dem Punktgewinn an und kommt dem Ziel nach einer starken Rückrunde immer näher. „Wir bleiben vor Malberg“, freute sich Trainer Tomas Lopez, denn „das war unser Minimalziel.“

Zwei verlorene Punkte seien es dagegen für die Westerwälder, so Boll, der die ausgelassenen Torchancen seines Teams in den Schlussminuten fast regungslos zur Kenntnis nahm, während Betreuer, Ersatzspieler und Zuschauer wild, gar fassungslos umhersprangen. Zunächst ließ SG-Stürmer Jan Nauroth den Siegtreffer freistehend liegen (82.). Kurz darauf steigerte der eingewechselte Sven Heidrich die Verzweiflung nochmals – sein Schuss trudelte vom Innenpfosten über die Torlinie, ehe Oberwinters Schlussmann Thomas Jungbluth die Situation bereinigte (87.). Sebastian Zimmermann sorgte nur eine Minute später für den traurigen Höhepunkt der Malberger Chancenflut, als er den Ball aus sieben Metern nicht im Tor des geschlagenen Keepers unterbrachte.

Bei seinem Trainer herrschte deshalb Ratlosigkeit. Mit dem ersten Erfolg seit fünf sieglosen Partien wären Boll und Co. am Gegner vorbeigezogen, „wir wissen aber selbst nicht, was wir verbrochen haben, dass diese Chancen nicht reingehen.“

Als „leidiges Thema“ wollte der Malberger Coach die Chancenverwertung, auch im Rückblick auf das torlose Remis unter der Woche in Betzdorf, aber nicht abtun. „Wir haben heute immerhin auch zwei Tore gemacht“, sagte Boll, dessen Team schon früh einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen musste. Denn die engagiert startenden Gäste nutzten ihre ersten Chancen gnadenlos zur Führung. Zunächst setzte TuS-Angreifer Thomas Enke den Ball aus der Drehung ins lange Eck (8.), ehe er sich von Teamkollege Paul Gemein den zweiten Treffer auflegen ließ (17.).

„Die ersten 20 Minuten haben wir verpennt“, erklärte Boll, der mit dem restlichen Auftritt seiner Elf allerdings durchaus zufrieden war: „Danach kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen.“ Den frühen Schock überwanden die Malberger schnell und sorgten durch Nauroth noch vor dem Seitenwechsel für den Anschluss (33.). Kurz nach der Pause war es dann erneut der bewegliche und unermüdlich kämpfende Stürmer der Malberger, der auf Vorarbeit von Nico Bähner den Ausgleich erzielte (47.).

Es folgten intensive Zweikämpfe, hitzige Duelle im Mittelfeld und Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zweier Mannschaften, die um den Verbleib in der Liga zittern. Für Oberwinters Lopez keine Überraschung, denn „das war aufgrund der engen Tabellensituation zu erwarten“. Unerwartet traf den TuS-Trainer dagegen die Chancenausbeute seiner Elf und der glänzend aufgelegte Torhüter der Heimelf. Matthias Zeiler bewahrte sein Team gleich mehrfach vor dem erneuten Rückstand und lieferte sich ein Privatduell mit Doppeltorschütze Enke, den er mit herausragenden Paraden gleich mehrfach zur Verzweiflung brachte.

„Die Chancen waren für beide da, aber keiner hat sie genutzt“, sagte Lopez, der die Heimreise trotzdem zufrieden antrat. Entspannter wird die Lage im Keller aber für keines der beiden Teams. Da weiterhin offen ist, wie viele Mannschaften aus der Rheinlandliga absteigen, bleibt die Situation unübersichtlich. Auf Rechenspiele will sich Boll, dessen Elf nur zwei Punkte Vorsprung auf den möglichen Abstiegsplatz 15 hat, aber nicht einlassen: „Da müssen wir nicht spekulieren, wir werden einfach weitermachen.“

SG Malberg/Rosenheim – TuS Oberwinter 2:2 (1:2)
Malberg/Rosenheim: Zeiler – Hombach, Kostka, S. Gerhardus, Frohn – Zimmermann, Weinlich – Tsannang, Löb, Bähner (66. Heidrich) – Nauroth (84. Pfeiffer).

Oberwinter: Jungbluth – Kalin (56. Irmgartz), Münch, Koll, Nuhn – Öztürk (79. Groß), Schweigert, Sonntag, Gemein – Enke, Jaber.

Schiedsrichter: Felix Eliah Salzmann (Hahnstätten).

Zuschauer: 135.

Tore: 0:1, 0:2 beide Thomas Enke (8., 17.), 1:2, 2:2 beide Jan Nauroth (33., 47.).

Quelle:Rhein-Zeitung