Sieg in der 97.Minute hergeschenkt!

erstellt am: 10.09.2018 | von: admin | Kategorie(n): Alle

SV Windhagen schafft nach 1:3-Rückstand noch ein 3:3

Auf den ersten Saisonsieg müssen beide Teams weiterhin warten. Doch das 3:3 (1:0) in der Fußball-Rheinlandliga zwischen dem Vorletzten TuS Oberwinter und dem Schlusslicht SV Windhagen sorgte aufgrund des späten Treffers zum Ausgleich bei den Gästen für wesentlich mehr Freude.

„Moral und Einstellung meiner Mannschaft sind top“, betonte der Windhagener Trainer Jürgen Hülder, während sein Gegenüber Tomas Lopez vor allem auf den Unparteiischen sauer war.

Vier Minuten Nachspielzeit hatte Referee Ralf Volk angezeigt. Sechseinhalb wurden es. Und in der sechsten Minute der Nachspielzeit gelang Windhagen noch der Ausgleich, als Yannick Walbröl eine von Jannik Pehlivan hereingebrachte Ecke per Kopf in die Maschen bugsierte. „Wir haben den Sieg hergeschenkt“, haderte Lopez, zumal seine Mannen mit 3:1 geführt hatten, ehe ein unnötiger Ballverlust dem Anschluss der Gäste, erzielt durch Christopher Alt, vorangegangen war (83.).

„Jede Woche sprechen wir darüber, aber jede Woche bekommen wir solch dumme Gegentore“, ärgerte sich Lopez, dass die gute Leistung seiner Mannschaft nicht mit drei Punkten belohnt wurde. „Wir haben uns hinten reindrängen lassen“, ergänzte Stürmer Jonas Jaber, der aber den nächsten Aufgaben zuversichtlich entgegensieht: „Unsere Verletztenmisere ist überstanden. Das Spiel nach vorne klappte heute schon viel besser.“

Etwa in der siebten Spielminute, als Dannyking Kafunda-Beya über links durchgebrochen war, selbst den Abschluss hätte suchen können, aber querlegte für Christopher Klein, dem das 1:0 gelang. Etwas zu zögerlich agierte der Linksaußen, nachdem er von Deniz Öztürk bedient worden war, sodass die Chance dahin war (28.). Die Gäste kamen nur schwer ins Spiel und mussten noch vor der Pause verletzungsbedingt wechseln, Verteidiger Sebastian Alt hatte eine Platzwunde am rechten Auge erlitten.

Einen zweiten Wechsel vollzog Hülder zur Pause: Johannes Rahn kam in die Partie. „Das Sprunggelenk macht mir noch zu schaffen“, erklärte der Ex-Profi seine Jokerrolle, „aber ich habe auf alle Fälle Bock auf Fußball.“ Im offensiven Mittelfeld kurbelte der die Partie mächtig an und sorgte dafür, dass Windhagen nach dem Seitenwechsel tonangebend war. Rahn selbst (49.) und der emsige Adrian Glos (50.) schossen jeweils knapp am langen Eck vorbei, ehe der SVW erstmals jubeln durfte: Einen Schuss von Christopher Alt hatte Benjamin Kauert abgewehrt, die Kugel landete bei Jannik Pehlivan, der für den heranrauschenden Walbröl ablegte, dessen Geschoss von der Strafraumgrenze einschlug (53.).

Rahn war aber auch hinten zur Stelle, etwa als er in höchster Not gegen Klein rettete (66.). Nicht zu verhindern war die Bogenlampe von René Ebersbach, der Oberwinter erneut in Führung brachte (58.). Als Tobias Nuhn einen Alleingang über die rechte Seite mit dem 3:1 abschloss (72.) – ein Schuss direkt ins Torwarteck, bei dem Thomas Kosiolek keine gute Figur abgab –, schien der Käse gegessen. Doch sollte sich rächen, dass die Gastgeber kein viertes Tor erzielt hatten. Die Chance dazu hatte Öztürk, der in der 71. Minute Kosiolek verladen hatte, doch war der Winkel zu spitz geworden. Auch dank der weltmeisterlich langen Nachspielzeit sollte es letztlich nicht reichen.

„Wenn man nach einem 1:3 noch 3:3 spielt, dann ist es ein Unentschieden, das weiterhilft“, fasste Rahn zusammen. Die Fehlerquote, so Hülder, müsse aber unbedingt minimiert werden. „Zu viele Ballverluste, zu unsicherer Spielaufbau“, monierte der Trainer, der am Mittwoch im nächsten Heimspiel gegen die SG Malberg im achten Anlauf den ersten Sieg erhofft.

Von unserem Mitarbeiter Matthias Schlenger
TuS Oberwinter – SV Windhagen 3:3 (1:0)
TuS Oberwinter: Kauert – Nuhn, Münch, Schweigert, Groß – Ebersbach, Merken – Klein (82. Dira), Öztürk, Kafunda-Beya (65. Manneh) – Jaber (78. Enke).

SV Windhagen: Kosiolek – Heßler, Sebastian Alt (45. + 1 Blumenthal), Alexander Alt, Timo Pehlivan (74. Daun) – Walbröl – Glos, Mohr (46. Rahn), Ferreira-Böcker, Jannik Pehlivan – Christopher Alt.

Schiedsrichter: Ralf Volk (Brey).

Zuschauer: 150.

Tore: 1:0 Christopher Klein (7.), 1:1 Yannick Walbröl (53.), 2:1 René Ebersbach (58.), 3:1 Tobias Nuhn (72.), 3:2 Christopher Alt (83.), 3:3 Yannick Walbröl (90. + 6).

Quelle : Rhein-Zeitung