Als Einheit zum nächsten Sieg!

erstellt am: 24.03.2019 | von: admin | Kategorie(n): Alle

Auch SG 99 Andernach kann den TuS Oberwinter nicht stoppen

Der nächste Schritt nach vorn ist gemacht: Durch den 3:0 (2:0)-Heimerfolg über die SG 99 Andernach hat sich Fußball-Rheinlandligist TuS Oberwinter den Nichtabstiegsplätzen wieder ein Stückchen genähert. Der zweite Heimsieg der laufenden Saison war zudem der dritte Dreier ohne Gegentor in Folge. Zugleich verlängerte sich die Serie der Andernacher Auswärtsniederlagen auf nun sieben Spiele in der Fremde.

„Schon seit sieben, acht Wochen haben wir sehr viel investiert“, blickt Oberwinters Co-Trainer Bünyamin Kilic zurück. „Kaum jemand hatte noch etwas auf uns gegeben, aber Deniz Öztürk und ich waren überzeugt, dass hier noch was geht“, beschreibt er die Zusammenarbeit des Trainergespanns als sehr konstruktiv, „wir sprechen auch nachts noch über Taktiken.“

Auch die TuS-Spieler kennen das Erfolgsrezept. „Wir müssen eine Einheit, eine Familie sein“, beschreibt es René Ebersbach. „Jeder weiß, was er zu tun hat“, erklärt Jonas Jaber. Und das Selbstbewusstsein wächst mit jedem Sieg. „In der Hinrunde hatten wir viele Spiele, in denen wir nicht schlechter waren, in denen nur ein Quäntchen gefehlt hat“, ergänzt Ebersbach. Er selbst hatte per Freistoß aus etwas mehr als 20 Metern die Führung erzielt (18.), vorangegangen war ein Handspiel von Daniel Neunheuser. Auch Treffer Nummer zwei resultierte aus einem Standard: Ebersbach hatte Thomas Enke steil geschickt, er und Andernachs Keeper Niklas Nett gerieten im Strafraum aneinander, sowohl Referee Michel Lehmann als auch Assistent Jens Schalk hatten gute Sicht auf das Geschehen – den fälligen Elfmeter verwandelte Jonas Jaber (27.).

Seitens der Gäste waren ein Außennetztreffer von Daniel Kossmann (16.), ein geklärter Kim-Kossmann-Freistoß, den Neunheuser über das Tor schoss (25.), und ein Kopfball von Ole Conrad (40.) zu vermerken, große Gefahr resultierte daraus aber nicht. Auch Sturmtank Jan Hawel war weitestgehend abgemeldet. „Ich glaube, er hat noch nie so viele Kopfballduelle verloren wie heute gegen René Ebersbach“, zollte Jaber seinem „Sechser“ Respekt. Mit mehreren Karten hatte sich Referee Lehmann noch vor der Pause ins Spiel gebracht, und das sollte sich fortsetzen. „Daher habe ich meinen Spielern in der Pause gesagt, sie sollen Ruhe geben. Gegen den Schiedsrichter kann man schließlich nicht gewinnen“, sagte Andernachs Trainer Franz Kowalski, der aber nach etwas mehr als einer Stunde dann doch mit ansehen musste, wie sich Kapitän Kim Kossmann die Gelb-Rote Karte einhandelte. Der konnte, mit Gelb vorbelastet, den Mund nicht halten und muss nun am Sonntag gegen Neitersen aussetzen. Es war zugleich der erste Platzverweis gegen einen Andernacher in der laufenden Saison. Dass zudem noch zwei Andernacher Betreuer der Coaching-Zone verwiesen wurden, wirkte mehr als überzogen.

Die Vorentscheidung fiel dann durch Enke, der eine Unsicherheit von Nett ausnutzte, nachsetzte und die Kugel ins Netz stocherte (66.). Die Überzahlsituation indes bekam Oberwinter nicht: Die Gäste ließen nicht nach, aber beste Gelegenheiten blieben ungenutzt. Etwa als Georg Egorov nach Querpass von Burim Zeneli verfehlte (74.), oder als Daniel Kossmann, von Fabian Münch noch bedrängt, am langen Pfosten vorbeischoss (80.).

Ausschlaggebend für die neuerliche Andernacher Niederlage war aber die Anfangsphase gewesen: „Da war Oberwinter haushoch überlegen, während wir den Willen haben vermissen lassen“, bilanzierte Kowalski. Den Oberwinterern mag derweil zugutegekommen sein, dass die bisherigen Gegner – Salmrohr, Windhagen, Andernach – alle nicht gerade das Maß der Dinge in der Liga sind, sondern Mitkonkurrenten in der unteren Tabellenhälfte. Was auf den nächsten Auswärtsgegner, die SG Hochwald, auch zutrifft. „Das wird ein Sechs-Punkte-Spiel“, sagt Kilic – eben jene sechs Punkte ist der nächste Gegner den Oberwinterern voraus, und ebenso viele Punkte beträgt aktuell der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Die wiederentdeckte Familienbande jedenfalls sollen die Hoffnung auf den Ligaverbleib weiter wachsen lassen.

Von unserem Mitarbeiter Matthias Schlenger.

TuS Oberwinter – SG 99 Andernach 3:0 (2:0)

TuS Oberwinter: Kauert – Münch, Nuhn, Koll, Groß – Ebersbach – Lefèvre, Halfen (90. Manneh), Klein (72. Palm) – Jaber, Enke (77. Thünker).

SG 99 Andernach: Nett – Hoffmann (75. Heider), Schmitz, Kadir Mete Begen, Melih Taha Begen – Neunheuser, Conrad (68. Egorov) – Daniel Kossmann, Kim Kossmann, Unruh (70. Zeneli) – Hawel.

Tore: 1:0 Ebersbach (18.), 2:0 Jaber (27./Foulelfmeter), 3:0 Enke (66.).

Schiedsrichter: Michel Lehmann (Hahnstätten). Zuschauer: 127.

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot gegen den Andernacher Kim Kossmann (59., Foulspiel und Reklamieren).

Quelle:Rhein-Zeitung