Artikel der Rhein-Zeitung vom 19.05.2019 | Autor: gk

Jetzt ist es doch vorbei für den TuS Oberwinter in der Fußball-Rheinlandliga: kein Entscheidungsspiel mehr, keine Hoffnung – der direkte Abstieg ist beschlossene Sache. Mit dem 1:2 (0:0) zu Hause vor 200 Zuschauern im letzten Saisonspiel gegen die SG Malberg/Rosenheim hat die Aufholjagd für den TuS kein glückliches Ende genommen, die Mannschaft belegt den letzten Platz und muss nach zwei Jahren wieder zurück in die Bezirksliga. Egal, ob nun der TSV Emmelshausen aus der Oberliga absteigt oder der Ahrweiler BC in der Oberligaaufstiegsrunde erfolgreich ist.

Während in Oberwinter die erste Enttäuschung natürlich immens war, hatten die Gäste aus dem Westerwald allen Grund zur Freude. Mit dem Erfolg haben sie sich noch auf Rang zwölf gehievt und damit den Abstieg vermieden. „Der wäre für uns auch ein Horrorszenario gewesen“, meinte Malbergs Trainer Volker Heun erleichtert.

Dieses Szenario ist dem TuS nicht erspart geblieben. So gab es bei den Gastgebern nach dem Abpfiff hängende Köpfe und auf dem Boden liegende Spieler mit Tränen in den Augen. Trainer Deniz Öztürk brauchte mehrere Minuten, um seine Spieler nach dem Schlusspfiff einzusammeln und um sich zu scharen. Dann aber schaute er bereits nach vorn und schwor seine Spieler gleich auf die nächste Saison ein: „Für uns alle ist klar, dass wir jetzt volles Rohr spielen. Ziel ist der direkte Wiederaufstieg, es gibt für uns keine andere Option.“ Öztürk hatte mit Bünyamin Kilic die schon weit abgeschlagene Mannschaft in der Winterpause übernommen, als Oberwinter mit elf Punkten aus 21 Spielen schon fast hoffnungslos auf dem letzten Platz stand. Am letzten Platz hat sich nichts geändert, wohl aber an den Auftritten von Oberwinter. Die Mannschaft holte in den 13 Spielen unter der neuen Sportlichen Leitung 21 Punkte.

Und so zogen die Beteiligten aus diesem Aufschwung für die Zukunft auch wieder Zuversicht. „Auch wenn es am Ende nicht gereicht hat, bin ich froh, dass wir so eine tolle Rückrunde gespielt haben. Unsere Mannschaft ist begeisterungsfähig, das hat sie immer wieder gezeigt“, hob Oberwinters Sportlicher Co-Leiter Jürgen Heno hervor. „Unsere Mannschaft hat tolle Moral bewiesen. Wer hätte schon gedacht, dass wir am letzten Spieltag noch die Chance haben den Klassenerhalt zu schaffen“, meinte Oberwinter Kapitän Benny Kauert.

Mit einem Sieg hätte der TuS bestenfalls mit dem Vorletzten VfB Linz gleichziehen können, der in Mülheim-Kärlich 0:2 verloren hat. Derweil hat sich die Hochwald-Zerf mit einem dramatischen 2:1 gegen die SG Mendig noch in Sicherheit gebracht. Der vorletzte Rang hätte noch theoretische Chancen auf den Klassenverbleib ermöglicht.

Im eigenen Spiel wäre dennoch – mal wieder – mehr möglich gewesen. In der ersten Hälfte hatte der TuS Probleme gegen hoch stehende Gäste, das eigene Kombinationsspiel aufzuziehen. Chancen gab es auf beiden Seiten nur wenige. Antonio Halfen, Jonas Jaber und Tim Palm scheiterten mit einer Dreierchance in der 28. Minute, Malbergs quirliger Angreifer Dennis Penk fand zweimal in Oberwinters ausgezeichnet haltenden Benny Kauert seinen Meister (6., 37.).

Oberwinter drängte nach der Pause auf die Führung, traf aber das Tor nicht. Thomas Enke verpasste auf Zuspiel von Jonas Jaber knapp (51.), traf danach den Pfosten (53.) und zog noch frei stehend am Tor vorbei (60.). Aber auch Christopher Klein (57.) und Halfen vergaben ihre gute Chancen (59.).

Nico Bähner erlöste dann die Malberger mit seinem umjubelten Tor zum 1:0 in der 63. Minute. Der TuS musste sich in der Folge mehrmals bei Kauert bedanken, der zahlreiche Möglichkeiten der Gäste entschärfen konnte.

In der 82. Minute verwertete Albert Kudrenko einen von Fabian Münch an Dennis Penk verursachten Elfmeter zum 2:0 – die Entscheidung. Nachdem Jonas Jaber in der 89. Minute noch die Rote Karte gesehen hatte, gelang Tim Palm in der vierten Minute der Nachspielzeit noch das 1:2, das aber am Oberwinterer Abstieg auch nichts mehr änderte.

Derweil atmete auf Malberger Seite Trainer Heun glücklich auf: „Wir hatten im Saisonverlauf immer wieder große personelle Probleme, haben aber nie gejammert und sind immer wieder aufgestanden. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, dass wir den schlechten Saisonstart noch wettgemacht haben.“

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