Defensivere Taktik lässt SG Mendig gewinnen: Oberwinter gibt nicht auf. Dass zwei Mannschaften aufeinandertrafen, die in den Wochen zuvor einiges an Selbstbewusstsein getankt hatten, war spürbar. Das bessere Ende im Nachholspiel der Fußball-Rheinlandliga hatte letztlich die SG Eintracht Mendig/Bell für sich, die sich mit 2:0 (0:0) gegen TuS Oberwinter durchsetzte.

„Wir geben nicht auf“, gab sich Deniz Öztürk, der mit Bünyamin Kilic das Trainergespann von Oberwinter bildet, kämpferisch. Nach zuvor drei Siegen am Stück war es dennoch ein kleiner Rückschlag für den Tabellenletzten, der mit einem Sieg dem rettenden Ufer bis auf zwei Punkte hätte näherkommen können. Versteckt hatte sich Oberwinter keinesfalls – doch Mendigs Trainer Cornel Hirt hatte sich seine Gedanken gemacht. Das 3:0 des TuS gegen Andernach hatte er beobachtet und den Gästestürmern drei Innenverteidiger entgegengestellt: „Diese taktische Umstellung war der Schlüssel, Oberwinters Angreifer sind kaum zur Entfaltung gekommen.“ Was wohl auch daran lag, dass Stürmer Jonas Jaber in Vertretung des Rotgesperrten Maurice Lefèvre auf die rechte Seite rückte, Tim Palm neu in der Startformation war und nicht alle Rädchen so ineinandergriffen wie in den Wochen zuvor. Thomas Enke gelang immerhin ein Lattentreffer (16.), ansonsten waren es vorrangig Standards, die für Gefahr sorgten. Auf Mendiger Seite hatten vor allem Marcel Berg und Björn Gilles ein enormes Pensum zu bewältigen als Alleinunterhalter auf ihren Außenbahnen, denn zusätzlich zu den drei Innenverteidigern hatte Hirt drei eher defensive Mittelfeldspieler aufgeboten, um das Zentrum dichtzumachen. Ein Sonderlob erhielt Milan Rawert, der in ungewohnter Rolle agierte, ohne dass man ihm Anpassungsprobleme anmerkte. Rawert hätte auch für die Führung sorgen können, doch bei seinem Schuss stand der Pfosten noch im Weg (57.). Doch mit Joachim Akwapay hatte Mendig einen Stürmer in seinen Reihen, der in der Schlussphase den Unterschied ausmachte. Erst legte er nach einem fulminanten Tempolauf über die linke Seite quer zu John Rausch, der wenige Minuten erst auf dem Feld stand und nur noch den Fuß hinhalten musste – 1:0 (71.). Beim 2:0 waren die Rollen andersherum verteilt, nun legte Rausch für Akwapay ab, der den Deckel draufsetzte (82.). „Zwei Mal schlecht verteidigt“, haderte Öztürk, „insgesamt hat uns heute die Frische etwas gefehlt.“ Diese Frische wieder reinzubringen, wird die Aufgabe sein, bis der TuS es am Sonntag (15 Uhr) daheim mit TuS Mayen zu tun hat. Die englische Woche legt Rotation nahe, wobei die Oberwinterer in Mendig nicht enttäuschten. Die Dauer der Rotsperre Lefèvres war am Mittwochabend noch nicht bekannt; denkbar, dass er am Sonntag wieder ran darf. Cornel Hirt blickt nur bedingt zuversichtlich auf das Auswärtsspiel in Mehring am Sonntag (15 Uhr). „Personell wird das eine Katastrophe“, schwant ihm Übles. Lars Bohm fehlte wegen einer Schulterverletzung, Mathias Strahl nach einer Augenoperation. Am Sonntag müssen wegen einer Taufe im Familienkreis Jan und Niklas Heinemann passen, Philipp Geisen ist beruflich verhindert. „Deshalb hätten wir das Spiel gerne auf Samstag verlegt“, so Hirt, doch Mehring hat – dem Vernehmen nach aus ähnlichen Motiven – dieser Bitte nicht entsprochen. „Wahrscheinlich komme ich zu meinem ersten Saisoneinsatz“,

Quelle:Rhein Zeitung

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