Der FC Germania Metternich und der TuS Oberwinter haben sich am zweiten Spieltag der Fußball-Bezirksliga Mitte die Punkte geteilt. Das Duell der beiden Titelaspiranten endete in der Kaul mit einem 2:2-Unentschieden. Gastgeber Metternich egalisierte dabei in der Schlussminute in Unterzahl einen 0:2-Halbzeitrückstand. Nach dem Auftaktsieg vor einer Woche bleibt die Germania weiter ungeschlagen, für Rheinlandliga-Absteiger Oberwinter war es das zweite Remis in Folge.

Autor: Dennis Smandzich – Rhein-Zeitung Online – 25.08.2019

Das Gipfeltreffen nahm direkt Fahrt auf. Trotz drückender Hitze war das Tempo hoch, sodass sich eine muntere Anfangsphase entwickelte. Oberwinter kam zu einer frühen ersten Chance, als Thomas Enke eine Rechtsflanke von Leo Welter zentral vor dem Metternicher Tor aus vielversprechender Position über die Latte köpfte (6.).

Nach den ersten zehn Minuten schien das Pendel in Richtung des FCM auszuschlagen. Die Metternicher erspielten sich nun ein Übergewicht und brachten sich immer wieder gefährlich in Abschlussposition. Bei der besten Germania-Chance half Gästetorwart Benjamin Kauert kräftig mit. Der Schlussmann irrte bei einem Eckball durch den eigenen Sechzehner und konnte sich bei seinem Mannschaftskollegen Felix Antwerpen bedanken, der einen Ball von Carsten Wans in höchster Not von der Linie kratzte (30.).

„Wir haben bis hierhin ein richtig gutes Spiel gemacht“, zeigte sich der Metternicher Co-Trainer Jens Beckmann, der Trainer Jörg Laux (Urlaub) vertrat, mit der ersten halben Stunde zufrieden. Doch die gute Stimmung im Metternicher Lager verflog schon bald, denn mit einem Doppelschlag binnen sechs Minuten stellte der Gast aus Oberwinter die Partie auf den Kopf. Erst traf Welter auf Vorlage von Fabian Groß zur Führung (36.), dann netzte Enke freistehend zum 2:0-Halbzeitstand ein (42.).

Der zweite Durchgang begann ganz nach dem Geschmack der Metternicher, die unmittelbar nach Wiederanpfiff auf 1:2 verkürzen konnten. „Wenn wir den Anschlusstreffer nicht so schnell kassieren, hätten wir das Spiel wohl gewonnen“, ärgerte sich Gästetrainer Deniz Öztürk, der von einem „Geschenk“ seiner Hintermannschaft sprach. Unrecht hatte der TuS-Trainer damit nicht, denn das 1:2 fiel aus Oberwinterer Sicht tatsächlich viel zu einfach. Ein langer Ball von Linksverteidiger Emre Simsek in den Lauf des Torschützen Wans reichte aus, um die komplette Defensive auszuhebeln (46.).

Gastgeber Metternich witterte nun wieder Morgenluft. „Das Tor hat uns Aufwind gegeben“, stellte Beckmann fest. Die Zahlen gaben ihm Recht, denn die Germania erspielte sich nun ein deutliches Chancenplus. Vor allem nach Standards, insbesondere nach Eckbällen, brannte es in dieser Phase mehr als einmal lichterloh im Strafraum von Oberwinter. Allerdings waren die Metternicher auch im Glück, dass auf der Gegenseite Groß im Eins-gegen-Eins an Torwart Enrico Schmitt scheiterte und damit den Sack für die Gäste nicht frühzeitig zumachte (67.).

So blieb es in den letzten 25 Minuten weiter spannend – und das trotz Metternicher Unterzahl nach einer Gelb-Roten Karte für Simon Wagner (61.). „Man hat nicht gemerkt, dass wir mit einem Mann weniger gespielt haben“, so Beckmann, der an der Seitenlinie ob der vergebenen Torchancen fast verzweifelte. Simsek (72.), Wans (81., 89.) und Kubilay Toumpan (83., 88.) ließen reihenweise Hochkaräter liegen. Spät, aber noch nicht zu spät, wurde der couragierte Auftritt der Germania dann doch noch mit dem 2:2 belohnt. Oberwinter bekam einen Freistoß nicht geklärt, Doppeltorschütze Wans hielt den Fuß hin und versetzte die Kaul damit in einen kollektiven Freudentaumel (90.).

„Die Jungs haben wirklich alles rausgehauen und Moral bewiesen. Wir haben uns diesen späten Ausgleich verdient. Oberwinter war zum Schluss platt, von denen kam nicht mehr viel“, analysierte Beckmann. Gästetrainer Öztürk meinte: „Das 2:2 geht am Ende in Ordnung. Wir müssen mit dem Unentschieden leben und die Köpfe jetzt hochhalten, auch wenn zwei Punkte aus zwei Spielen natürlich zu wenig sind. Da muss mehr kommen.“

Comments are closed.