Rheinlandligist bevorzugt in Trainerfrage interne Lösung

Neues Jahr, neuer Trainer: Fußball-Rheinlandligist TuS Oberwinter hat einen Nachfolger von Tomas Lopez gefunden: Deniz Öztürk soll die Nachfolge des langjährigen Trainers antreten, von dem sich der TuS kurz vor Weihnachten nach fast 15 Jahren getrennt hat.

Weit und lange musste der TuS nicht suchen. „Es war von Anfang an klar, dass wir eine interne Lösung bevorzugen“, sagt Helmut Born, Sportlicher Leiter Seniorenfußball in Oberwinter. Und die ist dann mit Öztürk auch gefunden. Der 31-Jährige mit türkischem und italienischem Pass, geboren in Bad Honnef, gehört als Spieler zum Kader des TuS, muss aber schon seit Monaten pausieren. Nach einem Kreuzbandriss nebst Knorpelschaden läuft er derzeit auf Krücken.

Einen Trainerschein muss er noch machen, bis dahin soll ihm ein Co-Trainer mit entsprechender Lizenz zur Seite stehen. Wer das sein wird, muss noch entschieden werden. „Er war mein Favorit, alleine schon wegen seiner fußballerischen Vergangenheit“, stellt Born klar und betont: „Er genießt auch einen guten Ruf in der Mannschaft.“ Vom Spielerrat habe es so auch nur positive Signale gegeben, als ihm die Lösung unterbreitet worden ist.

„Ich kenne die Mannschaft natürlich gut. Sie hat mich bis jetzt als Mensch und Spieler geschätzt und wird mich nun hoffentlich auch als Trainer schätzen. Ich freue mich auf die Aufgabe“, meint Öztürk. Unabhängig von seiner Verletzung hat er nicht vor, dauerhaft wieder aufs Spielfeld zurückzukehren: „Ich bin kein Freund von einer Lösung als Spielertrainer. Ich möchte mich vom Spielberichtsbogen fernhalten und mich lieber ganz auf die Mannschaft konzentrieren. Spielen möchte ich nur noch im Notfall.“

Er war in der Winterpause des vergangenen Jahres zum TuS gekommen, nachdem er zuvor ein Jahr lang wegen eines Knorpeldefekts im linken Knie pausieren musste. Sein bis dahin letztes Spiel hatte er im Dezember 2016 für die SpVgg Burgbrohl noch zu Oberligazeiten gemacht. Die langwierige Verletzung hatte ihn noch Ende der vergangenen Saison zu einer weiteren Operation gezwungen.

Vor seinem Wechsel nach Oberwinter hatte der Offensivmann in anderen Vereinen ebenfalls höherklassig gespielt, so in der nordhein-westfälischen Mittelrheinliga (entspricht der hiesigen Oberliga) bei der Spvg Wesseling-Urfeld und dem SV Bergisch Gladbach 09, mit dem er sogar eine Saison lang in der Regionalliga aktiv war, sowie bei der SG Bad Breisig in der Oberliga. Das Fußballspielen erlernt hat er in der Jugend des Bonner SC.

In Bonn ist er auch beruflich beschäftigt, er arbeitet seit zehn Jahren bei der Deutschen Krebshilfe. Nicht nur deshalb kennt er sich dort auch sportlich gut aus. Was sich für den TuS als Vorteil bei der Suche nach neuen Spielern erweisen kann.

Lange überlegen musste Öztürk nicht: Ein paar Tage Bedenkzeit, dann war die Sache besiegelt. „Wir waren uns schnell einig. Wichtig war mir die volle Rückendeckung des Vereins. Und die habe ich“, erklärt Öztürk. Auf ihn wartet nun eine enorme Aufgabe, nicht nur angesichts der Tatsache, dass er in Oberwinter in tiefe Fußstapfen trifft, wo es in den vergangenen Jahrzenten mit Lopez und Hartmut Giebler nur zwei Vorgänger gegeben hat. Schließlich rangiert der TuS mit elf Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz am Tabellenende. „Ich traue Deniz zu, dass er noch was bewegt. Das Gute ist ja, dass er die Spieler schon alle ganz genau kennt“, sagt Born. Auch Öztürk gibt sich zuversichtlich: „Das ist natürlich eine große Herausforderung. Aber der fühle ich mich gewachsen. Ich spiele jetzt 26 Jahre Fußball. Da kommt eine Menge Erfahrung zusammen.“

„Es wäre wichtig, wenn wir demnächst endlich mal alle Spieler an Bord haben“, sagt Born. Nach einer schon seit der Sommerpause anhaltenden Verletzungsmisere war das bislang in dieser Saison noch nicht der Fall.

Der Trainingsauftakt erfolgt am 24. Januar, das erste Meisterschaftsspiel im neuen Jahr soll dann am Sonntag, 3. März, (15 Uhr) bei der SG Mendig/Bell folgen, allerdings laufen noch Gespräche, dass die Partie verlegt wird.

Etwas nach hinten verlegen müssen die Oberwinterer in diesem Jahr auch ihre Personalplanungen für die nächste Saison. Normalerweise beginnen die Ende Januar, Anfang Februar. Angesichts des neuen Trainers will man nun aber erst einmal abwarten, wie Öztürk und Mannschaft in neuer Konstellation zueinanderfinden. Angesichts des noch ungewissen Saisonendes muss der TuS zweigleisig planen. Wenn denn noch der Klassenverbleib gelingen sollte, dürfte dies kaum sehr vorzeitig der Fall sein. Marcus Pauly

Quelle:Rhein-Zeitung

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