Aus der Rhein-Zeitung | Autor: Horst Bach

Der TuS Oberwinter hat in der Fußball-Bezirksliga einen Stotterstart hingelegt. Der Rheinlandliga-Absteiger um Trainer Deniz Öztürk kam gegen Ata Sport Urmitz nicht über ein mageres 1:1 (1:1) hinaus. „Über weite Strecken haben wir die Partie kontrolliert. Das Spiel hätten wir gewinnen müssen. Wir haben aber das Problem, dass wir unsere Chancen nicht nutzen“, kritisierte TuS-Trainer Deniz Öztürk nach dem verpassten Erfolg den Chancenwucher seiner Elf. Auf der anderen Seite freute sich der Urmitzer Trainer Dzenis Ramovic über das Remis: „Wichtig war für uns, dass wir nicht gleich im ersten Spiel als Verlierer vom Platz gehen. Beide Mannschaften hatten Chancen, die Partie für sich zu entscheiden. Mit der Leistung und dem Einsatzwillen meiner Mannschaft bin ich zufrieden.“

Insgesamt war es vor rund 100 Zuschauern im Walter-Assenmacher-Stadion kein sonderlich gutes, sondern eher ein Spiel auf überschaubarem Niveau. Oberwinter stellte jedoch von Beginn an die aktivere Mannschaft. Und so brannte es in der Anfangsphase immer wieder im Strafraum von Ata Spor lichterloh. Christopher Klein (5.) scheiterte am Urmitzer Torhüter Christian Bersch. Kurz darauf hatten Thomas Enke (12.) und Maurice Lefevre (21.) die Führung für den TuS auf dem Fuß, aber Schlussmann Bersch reagierte zweimal glänzend.

Es dauerte 22 Minuten, und der TuS Oberwinter war in der Bezirksliga angekommen – auf angenehme Art. Oberwinters Führung war ebenso verdient wie sehenswert: Nach einer schönen Hereingabe von Maurice Lefevre in die Mitte wuchtete Thomas Enke aus sieben Metern per Hechtsprung den Ball zum 1:0 ins Tor.

Der Treffer wirkte bei den Urmitzern erkennbar nach. Fabian Groß (32.) und Enke (34.) hatten das 2:0 für Oberwinter auf dem Fuß. Beide Situationen zeigten aber auch das spielerische Manko der Gastgeber: Es fehlten ihnen schlicht das Tempo und die Durchschlagskraft, um die wenig sattelfeste Defensive der Urmitzer auszuhebeln.

Insgesamt ging in der Anfangsphase alles zu schnell für die Gäste. Alles andere als schnell lief hingegen das Offensivspiel der Urmitzer ab. Ata Spor war zwar sichtbar um Ballbesitz bemüht, nach vorn ergaben sich aber weder brauchbare Laufwege noch nennenswerte Annäherungen ans gegnerische Tor. Schwache Schussversuche von Ahmed Comez (31.) und Yannik Stutzke (32.) waren noch die besten Ansätze.

Mit gütiger Mithilfe der Oberwinterer Defensive – Fabian Münch, Christopher Klein und Tobias Nuhn hatten in der Gefahrenzone des TuS die Orientierung verloren – ging es wie aus dem Nichts dann doch ganz schnell: Nach Vorarbeit von Yannik Stutzke war Yannick Bach zur Stelle und bugsierte den Ball zum 1:1 in die Maschen (36.).

Oberwinter war um eine schnelle Antwort bemüht, agierte aber nicht mehr zwingend genug. Überhaupt tat sich Oberwinter jetzt schwer, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Spielerische Akzente hatten bei den Gastgebern bis zur Pause Seltenheitswert. Auch danach blieb hüben wie drüben vieles Stückwerk. Langsame Bewegungen im Umschaltspiel, Fehlpässe, Fehler in der Ballannahme und Querschläger bestimmten erneut die Szene. Und die Partie wurde zunehmend ruppiger. Zunächst sah der Oberwinterer Christoph Klein nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (49.). Auch der bereits verwarnte Urmitzer Hüseyin Atlen nahm sich nicht zurück und sah nach einem überharten Einsteigen Gelb-Rot (50.).

Häufige Ballverluste gingen fortan einher mit Fehlern unsicherer Defensivreihen, die Räume anboten und oftmals einen Schritt zu spät kamen. Mit dem Chancenwucher machte Oberwinter indes ungebremst weiter. Nach rund einer Stunde hat Enke mit einem Elfmeter die Chance, für Oberwinter die Weichen auf Sieg zu stellen, doch der TuS-Stürmer scheitert mit seinem schwachen Schuss an Bersch (61.). Zuvor war der Oberwinterer Mario Müller im Urmitzer Strafraum vom eingewechselten Edis Ramovic unsanft von den Beinen geholt worden.

Postwendend wäre der TuS fast beinahe bestraft worden, doch Torwart Benjamin Kauert rettete im letzten Moment gegen den einschussbereiten Ates (62.). Auf der anderen Seite war Oberwinter mal wieder drauf und dran, in Führung zu gehen: Doch Leo Welter (64.) scheiterte wie auch Felix Antwerpen (69.) und Lefevre (73.) am aufmerksamen Bersch. In der Schlussphase ging es nochmals turbulent zu vor den Toren: Bach (84.) scheiterte mit einem schwachen Torschussversuch an Schlussmann Kauert, und Enke (86.) machte mit einem harmlosen Kopfball in aussichtsreicher Position auf sich aufmerksam. Horst Bach

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