Die Vorzeichen fürs Derby in der Fußball­Bezirksliga Mitte zwischen der FSG Bengen/Lantershofen/Birresdorf und dem TuS Oberwinter (Sonntag, 14.30 Uhr) sind klar. Alles andere als ein Sieg der Gäste auf dem Leimersdorfer Kunstrasenplatz wäre eine faustdicke Überraschung. Drei Niederlage nach einander, dabei 15 Gegentreffer und über 300 Minuten ohne eigenen Torerfolg ­ die jüngste Bilanz der FSG sieht düster aus. Und auch der Spielplan hat kein Erbarmen mit der Mannschaft von Trainer Jürgen Möller. In den kommenden drei Wochen geht es nacheinander gegen das Spitzentrio der Bezirksliga Mitte. Los geht es mit dem Derby gegen Oberwinter, dann geht es gegen die Hunsrücker Titelaspiranten aus Kirchberg und Emmelshausen.

Gut möglich also, dass der Negativlauf eine Fortsetzung findet, gerade bei den momentanen Personalsorgen der Bengener. Die in der Vorwoche verletzt ausgewechselten Tobias Wäsch und Martin Nolden mussten eine Trainingspause einlegen. Ihr Einsatz ist stark gefährdet. Tobias Gesell wird dagegen ­ genau wie der A­ Jugendliche Jan Bachem ­ wieder im Kader stehen. Beide Akteure weisen jedoch Trainingsrückstand auf. Möller weiß um die Schwere der Situation: „Wir dürfen auch in der Not nicht in Hektik verfallen, weiterhin gilt es, Ruhe zu bewahren“, fordert der Bengener Übungsleiter und beschwört den Derby­Charakter: „Wir freuen uns auf dieses Nachbarschaftsduell. Das ist immer etwas Besonderes. Und in einem Derby ist auch immer etwas möglich. Wir müssen einfach an uns glauben. “

Nach dem 2:1­Sieg, gegen den bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter TSV Emmelshausen setzte, sich in Oberwinter unter der Woche die gute Laune fort. Grund war die Rheinlandpokalauslosung . Im Viertelfinale erwartet die Elf von Tomas Lopez den Oberligisten SV Mehring. Ein attraktives Los, zumal man bei einem Sieg in der Vorschlussrunde den Schwergewichten Eintracht Trier und FSV Salmrohr aus dem Weg gehen würde. Der Sieger aus der Partie SG Niederroßbach (Kreisliga A) gegen Sportfreunde Eisbachtal (Rheinlandliga) wäre der nächste Gegner. Lopez will daran aber noch keinen Gedanken verschwenden: „Im vergangenen Jahr in der Rheinlandliga haben wir gegen den SV Mehring mit 1:7 verloren. Mehr muss man dazu gar nicht sagen. Wir denken nicht über die Runde hinaus. Wir freuen uns einfach auf den nächsten schönen Pokalabend vor eigenem Publikum. Wir sind klarer Außenseiter.“ Außenseiter haben immer ihre Chancen, das hat der TuS im Pokalwettbewerb zuletzt viermal gegen klassenhöhere Teams unter Beweis gestellt. Diese Chancen räumt Lopez auch der FSG am Sonntag im Ligaduell ein: „Wir sind sicherlich der Favorit. Aber wir wissen ganz gut, wie es ist, wenn ein Favorit strauchelt. Wir dürfen nicht überheblich sein“, warnt der Oberwinterer Trainer. Am offensiven taktischen Konzept seiner Elf und am Personal wird sich nichts ändern. Außer den drei längerfristig Verletzten (Muhhammed Dogan, Fabio Cardoso und Felix Antwerpen) steht Lopez fürs Derby der gesamte Kader zur Verfügung.

 

Quelle : Rhein-Zeitung