Ohne Drama geht es in dieser noch jungen Bezirksliga-Saison für den TuS Oberwinter nicht. Wie am vergangenen Spieltag sorgte ein Tor in der Schlussminute für einen glücklichen Erfolg, diesmal gelang ein 4:3 beim FC Alemannia Plaidt. Am Samstag avancierte der eingewechselte Björn Thünker zum Matchwinner, als er in der 90. Minute aus dem Gewühl heraus zum Endstand traf.
Für die Mannschaft von TuS-Trainer Tomas Lopez war es der fünfte Sieg im fünften Saisonspiel, für die kampfstarken Gastgeber die fünfte Niederlage in Folge. „Meine grauen Haare werden immer mehr. So lange wir aber gewinnen, macht mir das nichts aus“, sagte ein erleichterter Coach Lopez nach einer mehr als spannenden Schlussphase. Eigentlich lief für die favorisierten Gäste alles nach Plan. Sebastian Sonntag (7.) und Fabian Gilles (10.) hätten den TuS schon früh in Führung bringen können, FC-Keeper Sascha Rogalsky parierte zweimal glänzend.
Besser machte es in der 20. Minute Verteidiger Mirco Koll, der nach einer Flanke von rechts zur Stelle war und das verdiente 1:0 markierte (20.). „In den ersten 35 Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gezeigt, eigentlich hatten wir alles im Griff“, so Lopez. Die Gastgeber steckten trotzdem zu keinem Zeitpunkt auf und kamen durch Korbinian Fuhrmann noch vor der Pause zum 1:1-Ausgleich (41.). Wiederum Koll sorgte mit seinem zweiten Saisontor für die 2:1-Führung des TuS Oberwinter (48.). Mit einem 45-Meter-Schuss sorgte Ex-Oberligaspieler Sonntag für das 3:1, als er erkannte, dass Torwart Rogalsky deutlich zu weit vor seinem Gehäuse auftauchte (55.). „Ein super Tor. Nach der Pause haben wir viel Druck entwickelt und gedacht, dass es so weitergeht“, sagte Lopez.

Doch mit der deutlichen Führung im Rücken vernachlässigte der TuS plötzlich die Defensive. Der FC Alemannia Plaidt ließ sich nicht zweimal bitten und kam durch Treffer von Juri Pineker (70.) und Angreifer Sergen Akayoglu (83.) zum nicht unverdienten 3:3-Ausgleich. „In dieser Phase haben wir vor allem defensiv viel zu wenig investiert. Plaidt hat stark gespielt, unserer Abwehr große Probleme bereitet, nie aufgegeben und verdient das 3:3 erzielt“, lobte Lopez die Heimelf.
Dass sich der TuS-Trainer doch noch über drei Punkte freuen sollte, lag vor allem an der Willensstärke seiner Mannschaft. Denn ausgerechnet dem kurz zuvor eingewechselten Thünker gelang praktisch mit dem Schlusspfiff nach einem weiten Einwurf von Yannick Schweigert der „Lucky Punch“. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung traf der Offensivspieler zum 4:3-Sieg für Oberwinter und stürzte die Gastgeber somit erneut ins Tal der Tränen. „Dass wir nach dem 3:3 noch einmal zurückkommen und den Siegtreffer erzielen, spricht für die herausragende Mentalität meiner Mannschaft. Das zeichnet uns momentan aus. Bis zum Schluss geben wir alles“, betonte Lopez. „Abheben wird deswegen trotzdem niemand“, weiß der TuS-Coach. Und: „Von den Punkten her ist für uns alles optimal gelaufen, die nimmt uns keiner mehr. Aber trotzdem haben wir noch viel Luft nach oben, es gibt noch einiges zu verbessern.“

TuS Oberwinter: Kauert, Koll, Schweigert, Merken (85. Thünker), Brötz, Schmidt (70. Enke), Nuhn, Sonntag, Irmgartz (60. Palm), Jaber, Gilles.

Quelle: Rhein Zeitung