Derby-Serie gegen die SG Gönnersdorf soll für den TuS Oberwinter nicht gerade jetzt enden

Tomas Lopez ist ein akribischer Zeitgenosse. Der Trainer des Fußball-Bezirksligisten TuS Oberwinter überlässt ungern etwas dem Zufall. Deshalb nimmt er zumeist den jeweils nächsten Gegner selbst noch einmal genau in Augenschein. Beim nächsten Gegner hätte er sich das eigentlich schenken können. Er tat es trotzdem. So kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft soll schließlich nichts mehr schief gehen.

Zumindest werden sich die Gegner kaum überraschen können. Denn der TuS Oberwinter und die SG Gönnersdorf-Brohl, am Samstag (17.15 Uhr) zum Derby beim Tabellenführer zu Gast, kennen sich nur zu gut. Kein Wunder, angesichts der personellen Fluktuation zwischen beiden Vereinen. Auf Gönnersdorfer Seite haben Patrick Melcher, Janusz Szlinkiert, Philipp Ruthsch und Felix Antwerpen bereits für den TuS gespielt, bei dem Björn Thünker, Fabian Groß, Mario Brötz und Jonas Jaber schon mal für Gönnersdorf aktiv waren. Man kennt sich also.

Dass Lopez den Gegner trotzdem noch einmal beobachtete, hat einen einfachen Grund: „Manchmal sind eben auch Kleinigkeiten entscheidend.“ Wobei er sich ja eigentlich auch alleine auf seine Mannschaft konzentrieren könnte. Schließlich hat die es derzeit als Tabellenführer selbst in der Hand bei vier Punkten Vorsprung drei Spieltage vor Schluss.

„Eine gute Ausgangslage“, meint Lopez lapidar. Man könnte sie mindestens auch „sehr gut“ nennen. Aber zu großem Überschwang neigt er eben nicht. Was sich in dieser Phase auszahlen könnte. Dem leichtfertigen Eindruck, man könne schon durch sein, wird er jedenfalls entschieden einen Riegel vorschieben.

Wobei sich der Gedanke leicht aufdrängen könnte, nachdem zuletzt im Spitzenspiel ein 2:1 beim Tabellenzweiten FC Metternich gelungen ist und zeitgleich der Dritte TuS Kirchberg überraschend gepatzt hat (1:2 gegen Ata Urmitz). „Wir arbeiten im Trainerteam schon daran, dass die Mannschaft konzentriert bleibt“, versichert Lopez: „Das weiß sie aber auch selbst. Wir sollten nur von Spiel zu Spiel schauen.“

Und darum lässt er sich auch noch kein Wort zum übernächsten Gegner entlocken. Das ist immerhin Verfolger Kirchberg. Also alle Blicke erst einmal auf Gönnersdorf: Die Mannschaft von Trainer Ralph Seul hat sich zuletzt mit einem etwas wackeligen 4:1 gegen die SG Niederburg endgültig auf die sichere Seite gebracht nach zuvor drei Niederlagen in Folge.

Bleibt abzuwarten, wie hoch die zuvor ohnehin schon leicht geschwundene Spannung fürs Derby neu belebt wird. Aber da macht sich Gönnersdorfs Geschäftsführer Oliver Göbel wenig Sorge: „Nach dem Sieg gegen Niederburg haben die Jungs gleich vom Spiel gegen Oberwinter gesprochen. Das war die letzten Tage auch weiterhin ein Thema.“

Weshalb Göbel auch voller Überzeugung sagt: „Wir fahren nicht dorthin, um Oberwinter zur Meisterschaft zu gratulieren.“ Freilich weiß er auch: „Gegen die besten drei der Liga war für uns in dieser Saison nichts zu machen.“ Immerhin, in Metternich gab’s ein 1:1, sonst aber nur Niederlagen.

Was nicht heißt, dass die Mannschaft dabei schlecht gespielt hätte. Gegen Kirchberg zeigte sie in beiden Spielen eine gute Leistung, ebenso im Hinspiel gegen Oberwinter (2:4 nach 2:1-Führung). „Da haben wir uns bei unserem Torwart Benjamin Kauert bedanken können“, erinnert sich auch Lopez.

Verloren hat der TuS seit dem Gönnersdorfer Aufstieg in die Bezirksliga 2005 noch nie gegen den Nachbarn. In 13 Spielen seitdem gab es bei 37:11 Toren acht Siege und fünf Remis, davon drei in den ersten drei Aufeinandertreffen. Natürlich soll, so der Oberwinterer Wunsch, diese Serie nun nicht ausgerechnet so kurz vor dem greifbaren Titelgewinn reißen. Möglich, dass Ex-Kollege Ruthsch zur Beendigung der Serie nichts beitragen kann. Der Gönnersdorfer Stürmer (18 Tore) ist erkältet, Mannschaftskollege Lukas Göbel zudem angeschlagen.

Bei Oberwinter meldete sich derweil der lange verletzte Julian Merken wieder zurück.

Quelle: Rhein-Zeitung