„Der Verein hat sich verändert und verbessert“

Seit seinem 17. Lebensjahr gehört Tomas Lopez nun schon dem TuS Oberwinter an. Erst als Spieler, als Stürmer genauer gesagt, und seit 2004 als Trainer. In dieser Zeit hat der mittlerweile 44-Jährige schon so manchen Auf-, aber auch Abstieg erlebt. Jetzt gerade gab es wieder einen Aufstieg zu feiern nach dem 2:1 am vergangenen Samstag bei Verfolger TuS Kirchberg – und zwar vorzeitig: den in die Fußball-Rheinlandliga. Vor dem letzten Saisonspiel in der Bezirksliga am Samstag (17.30 Uhr) zu Hause gegen Ata Urmitz sprach die RZ mit dem Oberwinterer Urgestein.

Herr Lopez, haben Sie sich von der Aufstiegsfeier gut erholt?

Ja, aber wir haben schon gut gefeiert. Erst im Vereinslokal, dann noch woanders. Das ging schon bis weit in den Sonntag hinein.

TuS Trainer Tomas Lopez nach der „Meisterdusche“

Der Vorsprung auf die Verfolger war dann doch groß, danach hat es vor ein paar Wochen noch gar nicht ausgesehen. Sind sie selbst überrascht?

Ja, sieben Punkte sind schon eine Menge Holz. Das liegt aber auch daran, dass wir zuletzt noch gegen beide Verfolger gespielt und gewonnen haben. Und auch daran, dass Metternich etwas die Flügel hängen ließ.

Was hat denn den Ausschlag zu Ihren Gunsten gegeben?

Die Mannschaft hat trotz der zwischenzeitlich vielen Verletzten immer an sich geglaubt und engagiert gearbeitet. Dann haben wir uns auch von den Rückschlägen Anfang der Rückrunde nicht verrückt machen lassen. Wichtig war vor allem aber die taktische Umstellung im Frühjahr von einem 4-1-4-1- auf ein 4-4-2-System. Das hat besser zur Mannschaft gepasst.

Sie haben bislang mit Paul Gemein vom Ahrweiler BC und Fabian Münch vom A-Ligisten FSG Bengen nur zwei Spieler aus der Region zur nächsten Saison geholt. Steht der Kader damit?

Es kommt auch noch Abwehrspieler Furkan Kalin vom Ahrweiler BC. Und mit einem weiteren Spieler sind wir noch im Gespräch. Da aber nur Merlin Erens geht, vertrauen wir auf den bestehenden Kader.

Schreckt Sie nicht die Erinnerung an die Rheinlandligasaison 2014/2015, als Sie ähnlich verfuhren und gleich wieder abstiegen?

Nein, das war damals eine andere Situation. Da haben zwei wichtige Spieler aufgehört, zudem hatten wir auch sehr viel Verletzungspech. Heute sind wir in der Breite viel besser aufgestellt. Das ist in der Rheinlandliga wichtig.

Gibt es also keine wichtige Erfahrung aus der Abstiegssaison?

Erfahrungen macht man immer. Der Verein hat sich seit dem Abstieg verändert und verbessert – was die Mannschaft betrifft, das Trainerteam und auch das Umfeld. Wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Bad Breisig ist nach dem Abstieg aus der Rheinlandliga jetzt gleich wieder abgestiegen, wir sind seitdem einmal Dritter geworden und nun Meister. Die Saison jetzt hat auch gezeigt, wie wichtig die Kommunikation mit Spielern und Vorstand ist.

Sie sind jetzt schon so lange beim TuS Oberwinter. Wollen Sie es Birk Hilberath gleichtun, der fast drei Jahrzehnte den Ahrweiler BC trainierte?

Der TuS Oberwinter ist mein Heimatverein und immer erster Ansprechpartner. Solange es der Vorstand will und es mir Spaß macht wie jetzt, wird das auch so bleiben. Aber das muss nicht heißen, dass es für immer und ewig ist.

Quelle: Rhein Zeitung