Am siebten Spieltag der Fußball-Bezirksliga Mitte kam der TuS Oberwinter beim Tabellenneunten SG Unzenberg/Sargenroth/Mengerschied über ein 4:4 (0:1)-Remis nicht hinaus. Nach sechs Siegen aus sechs Spielen reichte es diesmal nur zu einem „Pünktchen“. Zum Glück patzte auch der punktgleiche Meisterschaftsanwärter FC Metternich, der beim Vorletzten SG 2000 Mülheim-Kärlich II nur ein 1:1 erreichte. „Wir sind an unserer eigenen Arroganz gescheitert. Nach einem 4:1 darfst du bei diesen Ambitionen niemals noch 4:4 spielen. Das ist unfassbar“, ärgerte sich TuS-Coach Thomas Lopez maßlos. Dabei befanden sich die Gäste schon früh und deutlich auf der Siegerstraße. Zwei Doppelpacks von Tim Palm (37., 83.) sowie Sebastian Sonntag (48., 58.) hatten für einen eigentlich komfortablen 4:1-Vorsprung gesorgt. Der Unzenberger Lars Hermann (80.) hatte zwischen durch auf 3:1 verkürzt. Die Schlussphase endete schließlich mit einer einheimischen Torlawine. Im ersten Durchgang hatten die 150 Zuschauer eine spiel- und laufstarke Gästemannschaft erlebt, die demonstrierte, weshalb sie an der Tabellenspitze steht. Nach der Halbzeit mussten die Platzherren verletzungsbedingt mit Mittelfeldmotor Marc Caspar und Spielertrainer Christoph Braun auf zwei wertvolle Leistungsträger verzichten. Die nächsten Nackenschläge folgten, die Gäste bauten ihren Torvorsprung auf 4:1 aus und es stieg die Angst vor einem Debakel. Bis zur 85. Minute, als Marcel Klein nach einem Freistoß von Daniel Georg per Kopf das 2:4 erzielte. Zwei Minuten später verkürzte Georg nach Vorarbeit von Christian Kleid auf 3:4. „Alles nach vorn. Wir bekommen noch eine Aktion“, pushte SG-Trainer Braun seine Schützlinge nach vorn und das mit Erfolg. Als Georg kurz vor dem Abpfiff aus spitzem Winkel das nicht mehr für mögliche 4:4 markierte, war der Jubel im Unzenberger Lager riesengroß. Fassungslose Trainer auf beiden Seiten. „Wahnsinn“, sagte SG-Übungsleiter Braun wieder und immer wieder. Er wusste auch, dass es extrem glücklich war. Doch das war ihm genauso extrem egal. Aufseiten der Gäste konnte Brauns Trainerkollege Lopez die Welt nicht mehr verstehen. „Wenn man in dieser Liga oben mitspielen will, darf so etwas nicht passieren. Entschuldigungen sind völlig unangebracht. Die Punkte sind weg und werden uns am Ende der Spielzeit vielleicht fehlen“, schimpfte Lopez. „Ich bin einfach nur entsetzt, mir fehlen jetzt die Worte.“ Janik Engelhardt, der Stammkeeper Benjamin Kauert (privat verhindert) ersetzte, traf im Übrigen keine Schuld an den vier Gegentoren.
Vorschau:
Am Sonntag um 14.30 Uhr geht das traditionsreiche Derby zwischen dem TuS Oberwinter und der SG Bad Breisig auf der Bandorfer Höhe über die Bühne. Der Rheinlandligaabsteiger hat sich nach schwachem Saisonstart gefangen und erzielte zuletzt zwei Siege in Folge. Bei den favorisierten Gastgebern dürfte Wiedergutmachung für die blamable Vorstellung auf dem Hunsrück angesagt sein. Lokalkämpfe haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze und deshalb wird die Partie nicht nur zahlreiche Zuschauer anlocken, sondern verspricht auch einen lebhaften und spannenden Spielverlauf.

TuS Oberwinter: Engelhardt, Dogan, Koll, Palm, Jaber, Schweigert, Irmgartz (46. Nuhn), Merken, Gilles (78. Saess), Sonntag, Erens (80. Brötz).

Schiedsrichter: Arianit Besiri (Trier).

Zuschauer: 120.

Torfolge: 0:1 Tim Palm (37.), 0:2, 0:3 Sebastian Sonntag (48., 58.), 1:3 Lars Hermann (80.), 1:4 Palm (83.), 2:4 Marcel Klein (85.), 3:4, 4:4 Daniel Georg (87., 90.) LS.