Am Ende hilft dem TuS Oberwinter nur ein Elfmeter

Der TuS Oberwinter hat seine Erfolgsserie in der Fußball-Bezirksliga auf fünf Siege in Folge ausgebaut und behält damit die Tabellenführung. Die Elf von Tomas Lopez schlug den TuS Rheinböllen zu Hause verdient mit 1:0 (0:0) und untermauerte damit spielerisch eindrucksvoll ihre Aufstiegsambitionen. Ein Elfmetertor von Jonas Jaber (70.) bescherte dem Spitzenreiter einen späten, aber verdienten Erfolg.

„Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und Rheinböllen über die gesamten 90 Minuten kontrolliert. Unsere Chancenverwertung war zwar nicht gut, den Sieg haben wir aber letztendlich erzwungen“, sagte Lopez.

Lauffreudig und aggressiv in den Zweikämpfen, übernahm Oberwinter vor einer Magerkulisse von 80 Zuschauer gleich in den Anfangsminuten die Initiative. Jaber (8.) hatte nach einem schnellen Vorstoß über die rechte Außenbahn die erste Chance für den TuS, der Ball versprang jedoch. Über eine stabile Defensive und ein Plus in den Zweikämpfen kam Oberwinter immer besser ins Spiel und hatte durch Brötz (9.) und Jaber (12.) beste Gelegenheiten.

Es gibt nur einen Kritikpunkt
Wenn es etwas zu bemängeln gab am Spiel des TuS Oberwinter, dann war’s die Chancenverwertung. Die besten Möglichkeiten ließen Sonntag (26.) und Jaber (39.) verstreichen.

Und der TuS Rheinböllen? Die Elf von Kevin Schneck versuchte, mit kompakter Defensive und sporadischen Vorstößen über die Runden zu kommen. „Wir haben erst gar nicht versucht, hier mit spielerischen Mitteln bestehen zu wollen. Alles in allem hatten wir Glück, dass Oberwinter seine Chancen nicht konsequent genutzt hat. Am Ende war’s für uns schade, denn ein Punkt wäre heute sicherlich drin gewesen“, meinte Rheinböllens Trainer Kevin Schneck.Dass es am Ende 0:1 (0:0) aus Sicht des Teams von Trainer Kevin Schneck stand, sorgte zumindest beim Übungsleiter allerdings nicht für allzu große Enttäuschung. „Wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt, darauf können wir definitiv aufbauen. Um gegen eines der ersten drei Teams der Liga zu punkten, muss aber alles funktionieren. Und das hat es leider nicht“, betonte der Coach.

Schneck spielte mit seinem Fazit auf die spielentscheidende Szene in der 79. Minute an. Nach einer Ecke blieben die Oberwinterer in Ballbesitz. Ein Akteur der Gastgeber drang in den Strafraum ein, der eingewechselte Andreas Herdt ging dazwischen und traf Ball und Gegner. Schiedsrichter Marc Latsch zeigte auf den Punkt. „Den Elfmeter kann man geben, muss man aber nicht“, befand Schneck.

Den gut sortierten Abwehrriegel der Gastgeber brachte Rheinböllen nicht einmal auch nur ansatzweise in echte Verlegenheit. So konnte TuS-Torwart Benjamin Kauert dann auch einen außergewöhnlich ruhigen Nachmittag genießen. Außer harmlosen Verlegenheitsschüssen aus der Distanz hatte der Tabellenfünfte nichts zu bieten. Beim nächsten Aufreger vor der Pause hatten die Gäste großes Glück. Abwehrchef Alex Kuznecov holte im Strafraum Jaber hörbar von den Beinen, Schiedsrichter Marc Latsch aber ließ weiterspielen (35.).

Oberwinter hielt dennoch den Druck spielerisch gekonnt hoch. Innerhalb von nur drei Minuten kamen Jaber (38.) aus kurzer Distanz und Enke (40.) verdeckt aus dem Rückraum zu zwei sehr guten Gelegenheiten, die der gute Schlussmann Sebastian Butz gerade noch entschärfen konnte.

Der Weg zu den drei Punkten entpuppte sich weiterhin als zäh für den TuS Oberwinter. Nach einem schönen Zuspiel von Sebastian Sonntag scheiterte zunächst wieder Jaber (50.) aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Butz, bevor der frei stehende Enke einen Abpraller nicht über die Linie bugsieren konnte (75.). Oberwinter ließ sich aber nicht beirren, fand aber mit der Doppelspitze Enke und Jaber gegen die weiterhin gut organisierte Hintermannschaft der Gäste kein Durchkommen. Nur drei Minuten später scheiterte erneut Enke in aussichtsreicher Position mit einem Kopfball nur um Zentimeter.

Jaber verwandelt den Strafstoß
Auf der Gegenseite schaffte es Rheinböllen kaum mehr, für Entlastung zu sorgen. Augenscheinlich zielten die Gäste darauf ab, das torlose Remis zu verwalten und über die Zeit zu retten. Dann rappelte es doch noch im Kasten der Hunsrücker: Per Grätsche hatte der zwischenzeitlich eingewechselt Andreas Herdt seinen Konkurrenten Mirco Koll im Strafraum von den Beinen geholt. Jaber verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 1:0 (79.).

Rheinböllen schüttelte sich kurz: Die beste Gelegenheit zum Ausgleich verpasste TuS-Spielführer Kuznecov aus zentraler Position, als er aus rund 25 Metern per Flatterball an Kauert scheiterte. In der Schlussphase hätte der Sieg für den TuS Oberwinter noch höher ausfallen können. Sonntag hob den Ball gefühlvoll in den Strafraum zu Jaber, der mit seinem Volleyschuss aus kurzer Distanz allerdings nur den Außenpfosten traf (87.).

Quelle:Rhein-Zeitung