Futsal-Rheinlandmeisterschaft: SG 99 Andernach rutscht im Finale unerwartet aus

Bachem. Nach dem erstmaligen Gewinn der Futsal-Rheinlandmeisterschaft der Frauen im vergangenen Jahr war die SG 99 Andernach nun auf dem besten Weg, gleich den zweiten Titel folgen lassen. Doch es kam anders: Der Regionalliga-Spitzenreiter ließ sich bei der Endrunde des Fußballverbandes Rheinland in der Bachemer Sporthalle von Bad Neuenahr-Ahrweiler im Endspiel noch die Butter vom Brot nehmen und unterlag überraschend mit 0:2 gegen den Ligarivalen FC Bitburg.

Der FC Bitburg (rote Trikots) holte sich in Bachem überraschend den Futsal-Rheinlandtitel. Auf dem Weg ins Finale schaltete der Regionalligist unter anderem auch den TuS Oberwinter (grüne Trikots,Lilien Schütte) aus, der sich aber als großer Außenseiter nicht nur beim 0:3 gegen den späteren Sieger gut aus der Affäre zog.
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Es war nicht die einzige Überraschung bei diesem Turnier. Nicht zu erwarten war auch das frühe Ausscheiden des Regionalligarivalen 1. FFC Montabaur, der sich schon nach der Vorrunde sieglos verabschieden musste.

Ausgerichtet wurde die Meisterschaft vom SC 13 Bad Neuenahr, der nach der Absage aus Simmern, wo das Turnier ursprünglich hätte stattfinden sollen, kurzfristig eingesprungen war. Auf dem Hallenfeld freilich wurde der Gastgeber selbst nicht aktiv. „Wir sind grundsätzlich nicht so auf die Halle ausgerichtet. Wenn wir aber vorher gewusst hätten, dass das Turnier hier stattfindet, hätten wir natürlich gern teilgenommen“, erklärte Sijamak Sauer, Vizepräsident des SC 13. Als grundsätzliche Absage an den Futsal wollte er die Absage nicht verstanden wissen.

Der SC 13 hatte schon im vergangenen Jahr auf eine Teilnahme verzichtet, als der Titel erstmals nach Futsalregeln ausgespielt wurde und es darum auch einige Diskussionen gab, ebenso wie über die uneinheitlichen Regelauslegungen. Die hielten sich diesmal in Grenzen, auch wenn der neuen Austragungsform noch immer nicht ungeteilte Begeisterung entgegenschlug.

„Es war alles schon besser als im vergangenen Jahr. Aber Luft nach oben ist immer“, meinte Elli Brungs, Ausschussmitglied „Frauen und Mädchen“ beim FVR und Referentin Frauen- und Mädchenfußball auf Kreisebene.

Dass fast alle Spielerinnen erhebliche Probleme hatten, lag aber nicht an den Futsalregeln, sondern an dem überaus glatten Hallenboden, der so manche Rutschpartie verursachte. Dass der Favorit aus Andernach aber alleine deshalb im Endspiel gegen Bitburg ausrutschte, wäre etwas zu einfach. Die Bitburgerinnen waren durch Tamara Ney früh in Führung gegangen, und danach fand die sonst so spielfreudige SG 99 nicht mehr zu ihrer Linie. Mit dem 2:0 durch Eva Meyers war die Sache für den abstiegsbedrohten Regionalligisten gelaufen. „Dabei wollten wir erst gar nicht so gern kommen, bei einigen fehlte die Motivation. Wir waren auch nur zu siebt. Aber jetzt hat es sich ja doch gelohnt“, kommentierte Bitburgs Trainer Michael Peters den ersten Hallentitel für seinen Verein.

Dabei schien die SG 99 doch in der Zwischenrunde schon den größten Konkurrenten aus dem Weg geräumt zu haben. In einer Neuauflage des Endspiels von 2016 hatte sich Andernach durch Tore von Maren Weingarz (2), Jana Sebastian und Isabelle Stümper sicher und souverän mit 4:1 gegen den Regionalligarivalen TuS Issel durchgesetzt. „Schade, dass wir so früh aufeinandergetroffen sind. Das sind doch die beiden spielstärksten Mannschaften“, meinte Issels Trainer Stefan Zimmer anschließend.

Das sah auch Andernachs Trainer Karl Peter Stümper so, um aber dann geradezu prophetisch anzufügen: „Aber ich bin vorsichtig, man weiß ja nie, was im Endspiel passiert.“

Viel härter als die SG 99 hatte es zuvor schon den vierten Regionalligisten im Feld der zwölf Mannschaften getroffen, den 1. FFC Montabaur. Nach zwei torlosen Remis und einer Niederlage war für die Mannschaft von Trainerin Silke Kolbeck bereits nach der Vorrunde Schluss. „Wir haben das Turnier nur als bessere Trainingseinheit angesehen, aber trotzdem war es nicht das, was ich von meiner Mannschaft erwarte. Wir schießen einfach keine Tore, das ist ja auch unser Problem auf dem Feld“, bilanzierte Kolbeck.

Was auch im Vorrundenspiel gegen den TuS Oberwinter, auf dem Feld in der Kreisklasse angesiedelt, zu erkennen war, der mit dem 0:0 ein echtes Ausrufezeichen setzte. „Das war ein tolles Erlebnis für meine junge Mannschaft, gegen einen Regionalligisten spielen zu können“, freute sich TuS-Trainer Ralf Beck, dessen Team am Ende zwar kein Tor erzielte, aber dafür einen unverhofften Punktgewinn feiern durfte.
Quelle Rhein-Zeitung