TuS Oberwinter fährt zum absoluten Spitzenspiel

Natürlich ist es einem Trainer am liebsten, wenn seine Mannschaft leicht und locker gewinnt. Andererseits kann es auch sein Gutes haben, wenn sie sich mal nur knapp durchsetzt. Das mahnt zur Vorsicht und erinnert daran, dass nichts von selbst läuft und das Siegen keine Selbstverständlichkeit ist.
Ein Gedanke, der die Sinne schärft – unmittelbar vor einem Spitzenspiel nicht das Schlechteste. Aber fokussiert scheint man beim Fußball-Bezirksligisten TuS Oberwinter auch schon so zu sein vor dem absoluten Gipfeltreffen am Sonntag (14.30 Uhr) beim FC Germania Metternich. Der Erste spielt beim Zweiten. Wobei der Zweite den größeren Druck zu bewältigen hat – zumindest nach Ansicht von TuS-Trainer Tomas Lopez: „Am Sonntag fällt für uns keine Vorentscheidung. Wenn wir verlieren, ist immer noch alles drin. Aber wenn die Metternicher verlieren, sind sie hinten dran.“ Vier Punkte Rückstand ließen sich in drei Spielen vielleicht aufholen, aber wahrscheinlich ist das nicht, zumal mit dem TuS Kirchberg ja noch ein weiterer heißer Titelkandidat im Rennen ist.
Dass sich die Metternicher über ihre jüngsten Unentschieden mächtig ärgern, lässt sich denken. Das 2:2 in Kirchberg darf nach 1:2-Rückstand noch als Punktgewinn angesehen werden, das 1:1 zu Hause gegen die SG Gönnersdorf-Brohl und Ata Sport Urmitz hatte bei der Germania hingegen wohl keiner auf der Rechnung. Immerhin, zuletzt gelang mit dem 7:0 bei der SG Niederburg/Biebernheim wieder ein Sieg, ein deutlicher dazu. Wobei der bei konsequenter Chancenverwertung noch klarer hätte ausfallen können. Ein Manko, das am Samstag auch dem TuS Oberwinter gegen den TuS Rheinböllen zu schaffen gemacht hatte und beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Nur ein von Jonas Jaber in der 79. Minute verwandelter Elfmeter bewahrte den Tabellenführer trotz bester Chancen vor einem 0:0 und damit vor dem Verlust der Tabellenspitze. Ein willkommener Warnschuss also, wobei Lopez relativiert: „Wir haben ja eine gute Leistung gezeigt, den Gegner kontrolliert, hinten nichts zugelassen und vorn viele Chancen herausgespielt.“ Mangelnde Treffsicherheit war zuletzt auch nicht das Problem bei Oberwinter. In den nunmehr fünf Siegen in Folge brachte es der TuS auf beachtliche 18:1 Tore. Wenn Lopez nun aber anmahnt, die sich bietenden Chancen in Metternich tunlichst zu nutzen, hat das seinen Grund: Metternich verfügt mit nur 26 Gegentoren über die beste Abwehr der Liga. Zwei davon kassierte die Mannschaft beim 2:2 im Hinspiel, wobei Jaber auch da als Retter auftrat mit seinem Ausgleich in der 89. Minute.

Unabhängig davon, ob es nun mit dem Aufstieg klappt oder nicht, laufen beim TuS bereits die Personalplanungen auf vollen Touren – und das nach üblichem Muster: Mit Paul Gemein vom A-Klassenmeister Ahrweiler BC und Fabian Münch vom A-Ligisten FSG Bengen kommen zwei Spieler aus der Region. Groß durchmischen würde der TuS auch bei einem Aufstieg nicht. „Wir setzten wie immer auf Kontinuität und Spieler aus der Gegend. Das entspricht der Vereinsphilosophie. Man muss eben wissen, wo man hinwill. Wir wollen nicht mit allen Mitteln nach oben kommen und dann riskieren, dass alles zusammenbricht“, erklärt Lopez.

Quelle:Rhein-Zeitung