Kauert verhindert Schlimmeres: Eisbachtaler scheitern bei 3:1-Heimsieg immer wieder am Oberwinterer Torwart

Für Trainervater Hans-Werner Reifenscheidt dauerte das von seinem Sohn Marco prognostizierte Geduldspiel zum Auftakt der Saison in der Fußball-Rheinlandliga einfach zu lange. Vor 230 Zuschauern im Nentershausener Stadion führten seine Eisbachtaler Sportfreunde gegen den Aufsteiger TuS Oberwinter zwar durch einen Treffer von Lukas Reitz schon nach acht Minuten mit 1:0.

Aber dann folgte ein Spiel, das dem Reifenscheidt-Chef den Geduldsfaden in der 71. Minute endgültig reißen ließ: „Ich setze mich jetzt hier auf die Gegentribüne mit bestem Blick zum Oberwinterer Tor. Sonst treffen die ja nie“, sagte er nach einer ganzen Orgie vergebener Großchancen. Er sprach’s, tat’s und sah, wie Manuel Haberzettl nur eine Minute später einen Freistoß von der 16-Meter-Linie genau in den Winkel des von Benjamin Kauert bestens gehüteten Gästetores zirkelte.

Da war Kauert machtlos, der ansonsten mindestens sechs Großchancen zum Entsetzen der Eisbachtaler Angreifer glänzend vereitelte. Ebenso machtlos wie beim Lupfer des eingewechselten Tobias Schuth, der eine Maßvorlage von Robin Stahlhofen mit einem Heber über Kauert hinweg zum 3:0 verwertete (80.).

Der Anschlusstreffer zum 3:1-Endstand durch Oberwinters Paul Gemein (86.) war zwar ein Farbklecks auf dem Eisbachtaler Trikot, doch der verdarb Trainer Marco Reifenscheidt die gute Laune anlässlich des 3:1-Sieges nicht: „Dieser Treffer hat sich über 80 Minuten angedeutet. Er war vermeidbar, trübt den guten Eindruck vom gelungenen Saisonstart aber nicht. Meine Mannschaft hat sowohl die erwarteten Anlaufschwierigkeiten als auch gute spielerische Ansätze gezeigt, und Oberwinter war der erwartet starke Aufsteiger.“ Beeindruckt war Reifenscheidt besonders von TuS-Keeper Kauert: „Gegen den habe ich selber noch gespielt. Toll, wie fit der noch ist. Kauert war schon immer ein guter Torwart. Ich denke, er ist sogar noch besser geworden.“

Dieses Lob teilte natürlich auch TuS-Trainer Tomas Lopez, der aber auch die Leistung der ganzen Mannschaft einschloss: „Natürlich war der Eisbachtaler Sieg insgesamt gesehen verdient. Aber besonders in der ersten Halbzeit waren wir doch nahe am Ausgleich dran. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir uns gegenüber der Vorbereitung erheblich gesteigert haben. Hier war eine Mannschaft auf dem Platz, die sich gegen den hohen Favoriten teuer verkauft hat. Ich weiß jetzt, dass wir so, wie wir uns hier präsentiert haben, auf dem richtigen Weg sind.“

Das Geschehen auf dem Rasen ist schnell erzählt: Die Gastgeber starteten wie die Feuerwehr. Logische Folge war das frühe 1:0 durch Lukas Reitz (8.). Wer dadurch Beruhigung im Eisbachtaler Spiel erwartet hatte, sah sich auf dem Holzweg. Denn Oberwinter mischte munter mit, sodass auch Johann Heinz im Sportfreunde-Tor Gelegenheit hatte sich auszuzeichnen.

Nach der Pause folgte dann wieder der Eisbachtaler Versuch, das Bollwerk Kauert zu stürmen. Aber das fiel erst in der Schussphase, als Hans-Werner Reifenscheidt seinen Platz mit direkter Sicht auf das Oberwinterer Tor gefunden hatte.

Statistik

Eisbachtal: Heinz – Kleinmann, Haberzettl, Zabel, Julian Hannappel (72. Bulut) – Ernet – M. Hannappel, Kröner, Omotezako (69. Kögler) Reitz (69. Schuth) – Stahlhofen.

Oberwinter: Kauert – Schmitt (86. Buqinca), Koll, Münch, Merken – Groß, Nuhn (77. Thünker), Schweigert, Gemein, Sonntag, Enke (85. Kalin).

Schiedsrichter: Jean Luc Behrens (Neunkhausen).
Zuschauer: 230.
Tore: 1:0 Lukas Reitz (8.), 2:0 Manuel Haberzettl (72.), 3:0 Tobias Schuth (80.), 3:1 Paul Gemein (86.).

Quelle : Rhein -Zeitung