SV Windhagen hat beim 1:1 im Kellerduell gegen den TuS Oberwinter jede Menge Dusel

In der Fußball-Rheinlandliga hat der Tabellenletzte SV Windhagen das Nachholspiel zweier stark abstiegsgefährdeter Kellerkinder gegen den Drittletzten TuS Oberwinter am Mittwochabend nicht gewinnen können.

Vor 80 Zuschauern hatte das Team des neuen Windhagener Trainers Lothar Paulsen gegen den Aufsteiger jede Menge Glück, den Platz nicht als Verlierer verlassen zu müssen. Das 1:1 (0:0) nützt den Gästen weit mehr als den Windhagenern, die sich aber wenigstens schon mal auf den vorletzten Tabellenplatz verbesserten.

Die Westerwälder starteten, als wollten sie in wenigen Minuten alles das nachholen, was sie zuvor in den meisten ihrer zuvor 18 Ligaspiele in dieser Saison verpasst hatten: Mit unbedingtem Siegeswillen Torchancen herausspielen, um zu drei Punkten zu kommen. Hauptakteur in dieser Zeit war Matthias Metzen, der auf der rechten Angriffsseite die Oberwinterer Abwehr mehrfach alt aussehen ließ. In der achten Minute passte Metzen nach seiner ersten guten Aktion scharf nach innen. Oberwinters Muhammed Dogan fälschte den Ball ins eigene Tor ab. Doch die junge Schiedsrichterin Christina Hehn gab den Treffer nicht, sie hatte zuvor Roman Borschel bei Metzens Pass im Abseits gesehen und abgepfiffen.

Vier Minuten später verpassten gleich zwei Mitspieler die nächste starke Vorarbeit des SVW-Torjägers Metzen. Und in der 15. Minute spielte Metzen Pawel Klos mustergültig frei, doch der Ex-Roßbacher Oberligaspieler verzog den Ball am linken Pfosten vorbei.

Danach war der Anfangsschwung der Heimmannschaft jedoch weg, das Niveau des Spiels wurde schwächer. Oberwinter hatte in der 28. Minute durch Björn Thünker eine Halbchance, doch Windhagens Torwart Julian Schmitz lenkte Thünkers Schlenzer zur Ecke ab. In den letzten zehn Minuten vor der Pause banden die Gäste vom Rhein Windhagen in der eigenen Hälfte, Chancen sprangen dabei aber nicht heraus.

Nach dem Wechsel waren die TuS-Spieler aktiver und spielfreudiger, Windhagen lauerte hingegen überwiegend auf Kontersituationen. Das sollte sich rächen. In der 68. Minute flog ein lang geschlagener Ball in den Strafraum der Heimmannschaft. Der gerade eingewechselte Tim Palm knallte die Kugel bei seiner ersten Aktion an die Unterkante der Latte. Thomas Enke hatte aufgepasst und köpfte den Abpraller aus einem Meter Torentfernung zum 0:1 ein.

Enke hätte in der 73. Minute fast schon alles machen können, ja müssen, als er per Kopfball die Chance zum 0:2 vergab. Julian Schmitz hielt Windhagen mit einer glänzenden Parade im Spiel. Und es kam noch besser: Als Metzen vier Minuten später auf der Gegenseite köpfte, fälschte der TuS-Spieler Mirco Koll den Ball zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor ab.

Enke musste Oberwinter danach allein noch zu einem klaren Erfolg schießen. Zwei Mal reagierte Schmitz gegen den TuS-Angreifer prächtig, in der 90. Minute klatschte ein Enke-Kopfball an die Latte und in der 91. Minute schob derselbe Spieler den Ball völlig frei aus drei Metern neben das Tor.

Paulsen war nach dem Spiel ehrlich in seiner Analyse: „Wir hatten heute den Papst in der Tasche. Für ein Abstiegsduell war das viel zu wenig, was wir gezeigt haben.“ Sein Kollege Thomas Lopez ärgerte sich: „Wir haben zwei Punkte verschenkt. Nach der 25. Minute haben wir das Spiel dominiert, waren klar besser und hatten eine Vielzahl an klaren Torchancen.“

Ludwig Velten/Christoph Hansen

SV Windhagen – TuS Oberwinter 1:1 (0:0)
SV Windhagen: Schmitz – Heßler, Krist, Alexander Alt, Brandt – Pehlivan, Siljkovic, Klos (67. Grau), Zent – Metzen, Borschel.

TuS Oberwinter: Kauert – Irmgartz, Merken, Koll, Dogan – Groß (88. Münch), Sonntag, Gemein, Schweigert – Thünker (68. Palm), Enke.

Schiedsrichterin: Christina Hehn (Vallendar).

Zuschauer: 80.

Quelle: Rhein – Zeitung