TuS Oberwinter kann den Titelgewinn im Topspiel perfekt machen

Zwei Jahr lang hat der TuS Oberwinter nach seinem Abstieg aus der Fußball-Rheinlandliga am 23. Mai 2015 (3:3 gegen den SV Morbach) wieder in der Bezirksliga Mitte zugebracht. Am Samstag könnte diese Zeit nach 721 Tagen enden. Wenn denn im Spiel (ab 17.30 Uhr) beim TuS Kirchberg ein Sieg herausspringt. Dann wäre der Mannschaft von Trainer Tomas Lopez die Meisterschaft vorzeitig sicher.
Nur handelt es sich bei diesem Gegner nicht um irgendeinen, sondern mit dem Tabellendritten um eine Mannschaft, die bei vier Punkten Rückstand die Hoffnung auf die Meisterschaft selbst noch nicht aufgegeben hat. Was überwiegt also bei Oberwinters Trainer Lopez vor dieser Partie, die Vorfreude oder die Sorge, dass es noch schiefgehen könnte?
Ersteres, ganz klar: „Wir freuen uns auf jedes Spiel und auf so eines ganz besonders. Dafür trainiert man ja, solche Spiele machen den Reiz aus“, sagt er. Wobei es nicht überrascht, dass diese Vorfreude bei ihm zu keinen vorauseilenden Maßnahmen führt. Danach zu fragen, ob vielleicht schon Meister-T-Shirts parat liegen oder das Bier kalt ist, lohnt nicht. „Um so etwas kümmere ich mich nicht“, bekommt man sonst zu hören: „Ich und die Mannschaft, wir konzentrieren uns nur aufs Spiel.“

Nachdem die Oberwinterer vor zwei Wochen mit 2:1 bei Verfolger FC Metternich gewonnen haben und überhaupt auf eine Serie von sieben Siegen in Serie (bei stolzen 21:2 Toren) blicken, wissen sie das Momentum jedenfalls auf ihrer Seite. Überhaupt dürfen sie sich nicht nur sagen „gewusst wie“, sondern auch „gewusst wann“. Schließlich haben alle sich drei Aufstiegaspiranten in der Rückrunde ihre Ausrutscher und Schwächen erlaubt. Nur hat sich der TuS davon eben einen weniger und vor allem zu einem weniger verhängnisvollen Moment geleistet. Auf das 2:3 zu Hause gegen den FC Plaidt am 12. März folgten eben nur noch ein 1:1 bei der SG Unzenberg und sonst nur Siege. Da nutzt es Kirchberg herzlich wenig, dass die Mannschaft schon elfmal, davon zehnmal in Folge, an der Tabellenspitze gestanden hat. Das 1:2 vor zwei Wochen zu Hause gegen Ata Urmitz hat den Aufstiegsambitionen einen erheblichen Dämpfer versetzt.
Ärgern wird es die Kirchberger nun ebenfalls, dass sie am 9. April im Spitzenspiel zu Hause gegen Metternich noch das 2:2 kassiert haben. Und wenn es schon darum geht, verlorene Kirchberger Punkte aufzuzählen, darf das 2:2 in Oberwinter nicht unerwähnt bleiben, wo Jonas Jaber in der 82. Minute für die Gastgeber noch ausgeglichen hat.

Das Kirchberger 2:2 gegen Metternich hat sich Lopez im Übrigen selbst angesehen. Wobei er auch sagt: „Wir kennen uns doch aus den gemeinsamen Bezirksligajahren nur zu gut. Wir werden uns kaum überraschen können.“ Um dann aber auch vielsagend anzufügen: „Wir wissen schon, wie wir gegen diesen Gegner zu spielen haben.“
Der hat mit 70 Treffern die bislang meisten Treffer in dieser Saison erzielt. Wobei daran viele Spieler beteiligt waren. Dass die Mannschaft aber als bestes Vorrundenteam (35 Punkte) nun etwas nachgelassen hat, liegt zum Teil auch daran, dass mit Stürmer Florian Daum (Kreuzbandriss) und Spielmacher Jonas Heimer (in Neuseeland) zwei wichtige Spieler ausfielen, zuletzt fehlte noch Dominik Kunz (Muskelfaserriss). Für ihn könnte es am Samstag aber wieder zu einem Kurzeinsatz reichen.
Bei Oberwinter werden Jonas Jaber und Muhammed Dogan, die am vergangenen Samstag beim 1:0 gegen Gönnersdorf fehlten, wohl wieder dabei sein.

Quelle: Rhein Zeitung