TuS Oberwinter: Das neue Trainerduo Öztürk/Kilic setzt auf Teamgeist

Ja, der erste Moment sei „schon etwas komisch gewesen“, räumt Deniz Öztürk ein. Er war als verletzter Spieler beim TuS Oberwinter in die Winterpause gegangen und hat als verantwortlicher Trainer des Tabellenletzten der Fußball-Rheinlandliga nun die erste Trainingseinheit geleitet. Der Verein hatte ihm nach der Trennung von Tomas Lopez die sportliche Verantwortung übertragen
Die trägt der 31-Jährige nicht alleine. Ihm zur Seite steht mit Bünyamin Kilic ein Weggefährte aus gemeinsamen Zeiten als Spieler, unter anderem beim damaligen Oberligisten SpVgg Burgbrohl. Kilic ist in der Winterpause – nach schwerer Knieverletzung noch angeschlagen wie Öztürk – vom Mittelrheinligisten FV Hennef 05 gekommen, um das Trainerteam zu verstärken.

Nun also der Trainingsauftakt, an dessen Anfang erst einmal ein paar Worte des neuen Trainerduos an den Kader standen. Der war bis auf den verhinderten Mohamed Ahardane – der Angreifer liegt nach einem Mittelfußbruch im Krankenhaus – komplett anwesend. „Das hat uns gefreut und zeigt, dass die Mannschaft voll motiviert ist“, betont Öztürk.

Was er der Mannschaft gesagt habe? „Dass wir viel aufzuarbeiten haben. Wir haben hinten zu viele Tore bekommen und vorn zu wenige geschossen. Da müssen wir in der Rückrunde stabiler werden. Wir wollen wieder Fußball spielen und eine Einheit werden.“

War das die Mannschaft denn vorher nicht? „Doch, aber es war ja auch nicht immer einfach, motiviert zu bleiben angesichts der vielen Niederlagen. Wir dürfen nicht das Negative sehen, sondern müssen positiv denken. Am Teamgeist kann man immer arbeiten. Und wenn das gelingt, werden wir in der Rückrunde eine andere Mannschaft sehen.“

Kilic zeigte sich nach seinen ersten Eindrücken von der Mannschaft angetan: „Der Tabellenplatz spiegelt die Qualität des Kaders nicht wider.“ Wobei ihn eine Sorge umtreibt angesichts von einigen angeschlagenen Spielern: „Dass wir auch quantitativ gut durchkommen.“

Ansonsten zeigte er sich vom TuS Oberwinter angetan: „Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Ich habe mich gleich wohlgefühlt.“ Wozu natürlich auch der Umstand beiträgt, dass er mit Öztürk zusammenarbeitet: „Wir kennen uns schon seit zehn Jahren und sind befreundet“, sagt er.

So überrascht es nicht, dass auch der ebenfalls 31-jährige Kilic großen Wert auf die richtige Einstellung legt: „Disziplin und Respekt sind die Grundtugenden im Fußball“, betont er.

Und mit denen soll dann eben doch noch das scheinbar Unmögliche gelingen, der Klassenverbleib. Aktuell sind es elf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. „Wir werden es schwer haben“, weiß Öztürk natürlich auch. Er betont jedoch: „Wir werden gemeinsam Lösungen finden.“ Zunächst stehen Fitness und Koordination im Fokus, später dann Taktik. „Wir werden das Rad aber nicht neu erfinden“, meint Kilic. Taktisch soll hier und da ein wenig modifiziert werden, damit speziell die Abwehr stabiler wird.

Dazu stehen durchschnittlich vier Trainingseinheiten und ein Testspiel pro Woche an. Sechs Wochen bleiben bis zum ersten Meisterschaftsspiel am Sonntag, 10. März, (14.30 Uhr) zu Hause gegen den FSV Salmrohr. Die ursprünglich eine Woche vorher angesetzte Partie bei der SG Mendig/Bell ist verlegt worden und findet nun am Mittwoch, 3. April, (19.30 Uhr) statt.

Das erste Testspiel steht bereits am heutigen Samstag (14.30 Uhr) beim TuS Oberpleis, Neunter der Landesliga Mittelrhein, auf dem Programm. „Das Ergebnis ist da erst einmal zweitrangig. Wichtig ist zu sehen, wie sich die Spieler bewegen und sie die Weihnachtspause überstanden haben“, stellt Kilic klar.

Quelle:Rhein-Zeitung