Oberwinter siegt in Metternich und setzt sich an der Spitze ab

Metternich. Tristesse in der Kaul, nur aus der Gästekabine schallte der Jubel – und in einer Ecke wurde in den Mai getanzt. 50 Fans mit Vereinsfahne des TuS Oberwinter feierten das 2:1 (2:0) des Bezirksliga-Tabellenführers bei Verfolger FC Metternich. Dessen Fußballspieler saßen enttäuscht und ausgepumpt auf dem Rasen, ihr Spielertrainer Tobias Lommer stellte lakonisch fest: „Für uns ist die Saison durch.“

Freilich hatte der Spielverlauf in der gut besuchten Metternicher Kaul der Taktik von Gästetrainer Tomas Lopez in die Karten gespielt. „Wir wollten den FC im Mittelfeld kombinieren lassen und dann vor unserem Strafraum die entscheidenden Zweikämpfe gewinnen“, beschrieb er seine Vorstellung vom Spielverlauf. Der angesichts früher Führung so ganz nach dem Geschmack von Lopez war. Denn nach drei Minuten hatte TuS-Torjäger Jonas Jaber eine flache Hereingabe von Fabian Groß zum 1:0 ins Netz gespitzelt. Damit nicht genug: Unmittelbar, nachdem ein FC-Konter über den starken Paul Foehl am ungenauen Zuspiel gescheitert war, probierte es Oberwinters Fabian Gilles aus der zweiten Reihe. „Der Ball flatterte und machte eine wahnsinnige Kurve ins Tor, nicht zu halten“, beschrieb Lommer das vorentscheidende 0:2 – auch das eine Lopez-Taktik. „Auf dem holprigen Rasen hatten wir uns Schüsse aus der Distanz vorgenommen“, so Oberwinters Coach.

Es folgte gepflegtes Offensivspiel des FC Metternich, das aber immer wieder an der körperlichen Präsenz der stabilen TuS-Abwehr (Lopez: Eine enorme physische Leistung) und an eigener Schlampigkeit beim letzten Pass scheiterte. „Diese unglaubliche Abschlussschwäche zieht sich durch die ganze Saison“, musste Tobias Lommer feststellen, der sich selbst davon nicht ausnahm: „Sch… am Schuh.“ So wurden allein zwischen der 25. und 30. Minute fünf gute Chancen vergeben: Lommer verfehlte (aus abseitsverdächtiger Position) im Strafraum das linke obere Tor-Dreieck deutlich, wurde kurz darauf von Oberwinters Dane Irmgartz und Schlussmann Benjamin Kauert nicht ganz astrein gebremst, dann flankte der Spielertrainer bei einem Konter zu ungenau auf Dennis Volk, wenig später lenkte Kauert einen Heber Volks mit den Fingerspitzen ab, Jan Rittgens Nachschuss wurde von der Brust des Keepers gestoppt.

So ging es weiter, nebst einem wegen Handspiels nicht anerkannten Treffer drei Minuten nach der Pause (Lommer: Den musste der Schiedsrichter geben, der Ball traf nur die Brust). Mit zunehmender Spieldauer kam auch Oberwinter zu Chancen, FC-Keeper Sebastian Vack reagierte prächtig bei Schüssen von Jaber (50.) und Sebastian Sonntag (55.). Bis in die letzte Minute der Nachspielzeit arbeitete TuS Oberwinter konzentriert gegen Ball und Gegner, der Elfmeter Sekunden vor Schluss nach Foul des eingewechselten Jordan Schmitt an Yannick Weis (seit der 46. Minute auf dem Platz) verschönte nur das Endergebnis. Yannik Felber verwandelte zum 1:2, Schlusspfiff.

„Wir waren einfach besser in der Chancenverwertung“, brachte Tomas Lopez den Spielverlauf auf einen kurzen Nenner, während sein Kollege Lommer (den es nächste Spielzeit nur noch als Stürmer gibt) in die Zukunft blickte: „Saison aufarbeiten, dann neu angreifen“