Dem TuS Oberwinter droht ein Kaltstart im Sommer

Nach rund fünfwöchiger Vorbereitung von einem Kaltstart zu sprechen, verbietet sich eigentlich, erst recht im Sommer. Aber trotzdem: Ob der TuS Oberwinter bei seiner Rückkehr in die Fußball-Rheinlandliga schon so richtig auf Betriebstemperatur ist, muss sich noch erweisen. Am Samstag (16 Uhr) wird es sich jedenfalls zeigen. Dann erfolgt der Saisonstart.

Und der hat es für den Aufsteiger in sich, geht es doch schließlich gleich nach Nentershausen zum Vizemeister des Vorjahres, Spfr Eisbachtal. „Das Beste, was die Liga zu bieten hat“, meint Oberwinters Trainer Tomas Lopez. Für ihn ist die Vorbereitung noch nicht so ganz beendet. „Zumindest sind wir nicht ganz da, wo wir uns das vorgestellt haben“, sagt er.

Was zum einen an personellen Widrigkeiten liegt, die den TuS in der Vorbereitung etwas ausbremsten und noch bremsen. Zum Auftakt fehlen Tim Palm, Fabian Gilles (beide Urlaub), Dane Irmgartz, Jonas Jaber und Luca Gilles (verletzt). Jordan Schmitt ist gerade erst wieder aus dem Urlaub zurück, Muhamed Dogan gerade erst wieder fit geworden. Nicht die besten Voraussetzungen.

Wenig Laufbereitschaft

Hinzu kommt ein Umstand, der Lopez gar nicht gefällt, schon gar nicht unter den aktuellen personellen Umständen: „Wir sind in den Testspielen oft nicht als Mannschaft aufgetreten, da haben der letzte Einsatz und die Laufbereitschaft gefehlt.“

Was sich gegen einen Gegner wie Eisbachtal als verhängnisvoll erweisen dürfte. Die Spfr hatten den Aufstieg in die Oberliga nur knapp verpasst durch ein 0:1 in der Relegation gegen den SC Idar-Oberstein. Und wie es der Zufall will, war der letzte Eisbachtaler Pflichtspielgegner der vergangenen Saison auch der letzte Testspielgegner der abgelaufenen Vorbereitungszeit. Im Rahmen des fünften Oddset-Rheinland-Pfalz-Cups, bei dem die Meister und Vizemeister der abgelaufenen Saison der Rheinlandliga (FV Engers und SF Eisbachtal) sowie der Verbandsliga Südwest (FV Dudenhofen, SC 07 Idar-Oberstein) gegeneinander angetreten waren, gewann die Mannschaft von Trainer Marco Reifenscheidt im Spiel um den dritten Platz mit 5:0 gegen eben jenen SC Idar-Oberstein. Der war zwar nur mit einer Art zweiter Mannschaft angetreten, aber immerhin: Eisbachtal bescherte sich ein abschließendes Erfolgserlebnis.

Genau das war dem TuS Oberwinter verwehrt geblieben, der beim Mittelrhein-Bezirksligisten SV Wachtberg mit 3:5 verlor – nach 3:1-Führung zur Pause und vier Gegentoren in nicht ganz 20 Minuten.

Unter Strich steht für den TuS nun eine Vorbereitung mit nur vier Tests, davon zwei gegen A-Ligisten. Die lange Ungewissheit, ob es denn nun mit dem Aufstieg klappen würde oder nicht, erschwerten die Testspielplanungen erheblich. Und so blieb der Wunsch von Lopez nach mehr Tests auch und gerade gegen höherklassige Gegner unerfüllt.

Weshalb nur ein neidischer Blick in Richtung Eisbachtal bleibt. Der Zweite der Vorsaison testete gegen Gegner, die man nicht alle Tage bekommt: Gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf, gerade bei einem Trainingslager in der Gegend, gab es ein 1:6. Und dann gelang – ein echter Höhepunkt – gegen den Regionalligisten TuS Koblenz sogar ein 3:1. Kein Wunder also, dass 14 Rheinlandligisten die Spfr Eisbachtal zum großen Meisterschaftsfavoriten erklärt haben.

Wobei die Westerwälder sich gar nicht einmal groß verstärkt haben, im Gegenteil. Sie verloren mit David Roehrig (21 Treffer) den drittbesten Stürmer der vergangenen Saison. Ansonsten setzen die Spfr im Großen und Ganzen auf den Kader der abgelaufenen Saison.

Lopez von Zugängen angetan

Ganz so, wie es auch die Oberwinterer tun, die keinen Stammspieler verloren und sich mit nur drei jungen Spielern verstärkten: Paul Gemein und Furkan Karin kommen vom A-Klassenmeister Ahrweiler BC, Fabian Münch vom A-Klassenabsteiger FSG Bengen/Lantershofen/Birresdorf. „Sie haben bislang einen positiven Eindruck hinterlassen und sind alle drei Kandidaten für die erste Elf“, freut sich Lopez.

Überhaupt mag er sich die Vorfreude auf den Saisonstart durch die Umstände nicht trüben lassen: „Es ist doch toll, in einer neuen Klasse zu beginnen. Wir lassen uns jetzt auch nicht verrückt machen. In zwei, drei Wochen sind wir da, wo wir hinwollten. Die Saison ist noch lang genug.“

Quelle:Rhein-Zeitung