TuS Oberwinter macht es im Derby gegen die SG Gönnersdorf unnötig spannend

Ein gutes Pferd, so heißt es, springt nicht höher, als es muss. Übertragen auf den TuS Oberwinter bedeutet das: Der Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga brauchte nicht seine beste Leistung abzurufen, um im Heimspiel den Lokalrivalen SG Gönnersdorf-Brohl mit 1:0 (1:0) zu bezwingen. Im Walter-Assenmacher-Stadion erzielte Sebastian Sonntag (18.) vor rund 120 Zuschauern den Siegtreffer. Gönnersdorf war nach einer Roten Karte gegen Felix Antwerpen (89.) kurze Zeit in Unterzahl. Da die Verfolger FC Metternich (3:0 bei der SG Argenthal) und TuS Kirchberg (2:1 bei der SG Niederburg) ebenfalls gewannen, bleibt es bei den vier Punkten Vorsprung.
„Das war eine unserer schwächeren Leistungen, bei uns hat heute der letzte Punch gefehlt“, räumte TuS-Trainer Tomas Lopez ein. Zu hart ins Gericht gehen wollte er mit seinen Spielern aber nicht: „Wir haben die letzten Wochen besser Fußball gespielt, mehr investiert und auch besser kombiniert – aber wir können zufrieden sein.“
Wie schon zuletzt beim 1:0 zu Hause gegen den TuS Rheinböllen ließ beim Tabellenführer die Chancenverwertung viel zu wünschen übrig. Nach guter Vorarbeit von Thomas Enke rauschte Björn Thünker frei im Strafraum heran, das leere Tor vor und keinen Gönnersdorfer Abwehrspieler neben sich. Anstatt den Ball anzunehmen und in aller Seelenruhe zur Führung zu verwandeln, entschloss er sich zum direkten Schuss – und der ging vorbei.
Immer wieder angetrieben von Sebastian Sonntag, machte Oberwinter Druck, wirklich besser wurde das anfänglich schwache Spiel aber nicht: Zuerst vergab Thomas Enke (13.) bei seinem Kopfball frei vor SG-Torhüter Vincent Klee, bevor Tim Palm (15.) mit einer Direktabnahme scheiterte. Allerdings fiel auch den Gönnesdorfern nicht viel mehr ein, als die wenigen sich bietenden Kontergelegenheiten, schlecht zu Ende zu spielen. Bezeichnenderweise war es eine Einzelaktion, die für ein wenig Gefahr sorgte. Timo Schmidgen (16.) zog aus rund 20 Metern einfach mal ab. Torwart Benjamin Kauert lenkte den Ball aber ohne große Mühe zur Ecke. Das war der Weckruf für Oberwinter. Ein sehenswerter Angriff brachte die Führung: Thünker spielte einen langen Pass, und Sonntag traf per Direktabnahme zum 1:0 (18.). Bei der Aktion sah die Gönnersdorfer Defensivabteilung nicht gut aus. Nach einer halben Stunde setzte Fabian Groß einen Schuss aus zehn Metern unbedrängt neben den Pfosten. Auch Enke konnte den Ball nicht im Tor unterbringen, weil ein Gönnersdorfer per Fußabwehr auf der Stelle war (33.), und wenig später klatschte der Ball aus dem Gewühl heraus an die Latte (38.).
Gönnersdorf hätte sich über einen höheren Rückstand zur Pause nicht beschweren dürfen. „Es hätte zur Pause mindestens 3:0 oder 4:0 stehen müssen“, beklagte Lopez. Oberwinter kam entschlossen aus der Kabine und sorgte gleich wieder für Gefahr. Klee entschärfte einen unangenehm flatternden Schuss von Sonntag mit einem Reflex (51.).
Der Ball lief nun viel flüssiger durch die Reihen der Gastgeber. Aber auch die Gäste hatten noch einmal eine gute Gelegenheit, Szlinkiert scheiterte jedoch mit einem Freistoß am aufmerksamen Kauert (54.). Auf der anderen Seite setzte Oberwinter wieder Akzente: Enke kam frei aus kurzer Distanz zum Kopfball – in die Arme von Klee (59.). Wenig später schloss Enke einen Konter ab, der Gönnersdorfer Christian Heuser konnte für seinen bereits geschlagenen Schlussmann auf der Linie klären.
Auch gegen Sonntag (62.) und wieder Enke (65.) war der Gönnersdorfer Torwart auf dem Posten. Der TuS machte den Sack einfach nicht zu, hatte weiter kein Glück im Abschluss: Sonntag (71.) ließ eine gute Freistoß-Chance liegen, Tim Palm (75.) drosch den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Um ein Haar hätte sich das noch gerächt: Nach einem schnellen Gegenstoß kam Melf Hargens noch einmal aus kurzer Distanz an den Ball, der Schuss war eine leichte Beute für TuS-Torhüter Kauert (81.). SG-Trainer Ralph Seul gab sich am Ende versöhnlich: „Uns hat das Quäntchen Glück gefehlt.“

Quelle:Rhein-Zeitung