TuS Oberwinter: Wird der Tabellenführer etwa nervös?

Die Erwartungshaltung vor Spielen gegen Tabellenführer mündet gemeinhin in die Einschätzung: „Punkten müssen wir gegen andere Gegner.“ Welcher Trainer will schon übermäßige Ansprüche stellen? Erst recht, wenn die eigene Mannschaft im Titelkampf nichts zu melden hat.

Das hat der TuS Oberwinter in der Fußball-Rheinlandliga nun wirklich nicht. Nur hat der Aufsteiger aber auch nichts zu verschenken, erst recht nicht nach dem vergangenen Wochenende, wo der TuS ohne eigenes Zutun auf einen Abstiegsplatz gerutscht ist. Insofern kann sich die Mannschaft von Trainer Tomas Lopez im Heimspiel am Sonntag (14.30 Uhr) gegen Spitzenreiter TSV Emmelshausen auch nicht so ganz leichthin die Rolle des Außenseiters zu eigen machen, der nichts zu verlieren hat. Wobei das ohnehin nicht der Haltung in Oberwinter entspricht: „Wir wollen immer gewinnen, wenn wir auf den Platz gehen“, stellt Lopez klar. Fragt sich eben nur, wie gut die Chancen stehen. Noch vor zwei Wochen hätten sie sicherlich schlechter gestanden.

Serie endet nach neun Siegen
Da blickte der TSV auf die imposante Serie von neun Siegen in Serie zurück, die die Mannschaft von Trainer Julian Feit von Rang sieben an die Spitze geführt hatten. Wobei der letzte davon, der mühsame 2:0-Heimerfolg gegen die SG 99 Andernach, schon erst in den allerletzten Minuten zustande gekommen war. Dann folgte mit dem 0:0 bei der SG Eintracht Mendig/Bell eine erste sichtbare kleine Delle, ehe am vergangenen Wochenende zu Hause gegen den SV Mehring, als Tabellenneunter nicht gerade ein Spitzenteam, höchst Ungewöhnliches geschah.

Die Mannschaft kassierte mit dem 3:4 nicht nur die dritte Niederlage in dieser Saison, sondern dabei auch noch mehr Gegentreffer, als in den acht Heimspielen zuvor (das waren drei). Immerhin, die Mannschaft hatte dabei einen 1:3-Rückstand noch ausgeglichen, dann aber vier Minuten vor Schluss noch das 3:4 hinnehmen müssen. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, keine Frage“, bilanzierte Feit anschließend.

Eine Klage, die auch Lopez auf Oberwinterer Seite nur zu gut kennt. Schließlich hat auch seine Mannschaft schon bei so mancher Niederlage kräftig nachgeholfen. Spannend dürfte jetzt aber vor allem die Frage sein, ob Emmelshausen weiterhin fehleranfällig agiert. Und in wieweit die jüngsten beiden Spiele ohne Sieg ihre Spuren hinterlassen haben.

Diese Frage beschäftigt Lopez nicht
„Das könnte natürlich ein Vorteil für uns sein“, meint Lopez, um gleich aber auch anzufügen: „Doch das können wir nicht beeinflussen, darum beschäftigen wir uns auch gar nicht mit dieser Frage, sondern nur damit, worauf wir Einfluss haben.“ Wie zum Beispiel die eigene Einstellung. Wenn die stimme, sei auch einiges möglich. Schließlich könne in dieser Klasse jeder gegen gewinnen, so Lopez.

Für den TuS geht es zunächst einmal darum, nach dem Spielausfall am vergangenen Freitag beim SV Windhagen wieder in den Rhythmus zu kommen. „Natürlich hätten wir lieber gespielt, aber jetzt ist es eben so“, sagt Lopez gewohnt lapidar. Was er auch über die Neuansetzung in Windhagen sagen könnte: Mittwoch, 29. November, (20 Uhr). „Spiele während der Woche stören den normalen Trainingsablauf“, so Lopez. Aber nun ist es eben so.

Mit der gleichen Gelassenheit behandelt er Personalfragen. Ob die unfreiwillige Pause wenigstens dazu geführt habe, dass der Kader wieder voller ist? „Nicht wirklich“, antwortet Lopez mit lakonischem Unterton. Am Sonntag werden Fabian Gilles und Jonas Jaber ebenso weiter fehlen wie der privat verhinderte Dane Irmgartz.

Quelle: Rhein-Zeitung