Oberwinter will nach Pokal-Aus in die Spur zurückfinden

Gute Leistungen, neun Punkte auf dem Konto, viel Esprit: Aufsteiger TuS Oberwinter schien auf einem so guten Weg zu sein. Nach Siegen in der Fußball-Rheinlandliga im Derby gegen Mayen (2:1) und beim Schützenfest in Badem (5:1) war die Laune bestens. Doch die 0:1-Niederlage in der zweiten Runde des Wettbewerbs um den Rheinlandpokal beim Bezirksligisten TuS Rheinböllen trübt die Stimmung. Die böse Überraschung am Mittwochabend lässt der Elf um Trainer Tomas Lopez jedoch nicht viel Zeit zum Grübeln. Am Sonntag (14.30 Uhr) geht es für Oberwinter im heimischen Walter-Assenmacher-Stadion gegen die SG Betzdorf schon weiter.

Umjubelter Rheinböllener Siegtorschütze war Kapitän Alex Kuznecov, der in der 75. Minute einen Strafstoß zum Tor des Abends in die Maschen setzte. Und das völlig verdient, wie Rheinböllens Trainer Kevin Schneck fand: „Wir waren die klar bessere Mannschaft, natürlich hat uns der frühe Platzverweis in die Karten gespielt, weil die Räume für uns größer geworden sind.“ Die Ampelkarte gab es nach 39 Minuten für Oberwinters Tim Palm, der zunächst wegen eines Fouls inklusive Meckerns Gelb gesehen hatte von Schiedsrichterin Nicole Justen – und dann wegen eines deftigen Remplers an Fabio Aquila zum Duschen musste.

Am Sonntag will der TuS Oberwinter deutlich zeigen, dass der Dämpfer im Pokal nur ein Ausrutscher war, auch wenn Lopez im Duell mit Betzdorf eine knifflige Hausaufgabe erwartet: „Das wird ein extrem schweres Spiel für uns.“ Mut macht die Leistung beim Meisterschaftsspiel in Badem. Was die Leistung und das Kombinationsspiel angeht, war die spielerische Verbindung von Abwehr zur Offensive einfach gut“, so Lopez, „wir haben unsere Möglichkeiten auch konsequent genutzt.“

Die Vorzeichen der Partie könnten nicht unterschiedlicher sein. Während sich die Westerwälder mit dem ersten Auswärtssieg aus dem Liga-Keller katapultieren wollen, befindet sich Oberwinter derzeit als Debütant auf einem sehr guten Rang fünf der Tabelle. Der Gast dagegen hinkt seinen selbst gesteckten Erwartungen, am Ende auf einem Platz im Mittelfeld zu landen, deutlich hinterher. Zumal der Rheinlandliga-15. bisher nicht so gut aus den Puschen gekommen ist. Im Gegenteil, Betzdorf kommt eher holpernd daher, was auch die ramponierte Weste mit 13 Gegentoren aufzeigt. Entsprechend eingetrübt ist die Bilanz nach fünf Spieltagen: Ein Sieg, zwei Unentschieden und zwei recht deutliche Niederlagen zu Hause gegen Andernach (0:5) und in Mendig (0:3).

Lopez hat jedenfalls Respekt vor Betzdorf: „Die junge Betzdorfer Mannschaft marschiert in allen Mannschaftsteilen ausgesprochen clever und schnell in der Vorwärtsbewegung, und sie weiß ihre Chancen zu nutzen.“

In seinen Beobachtungen der Westerwälder hat Lopez erkannt: „Aufgeben oder eine Partie verloren geben, dass kennen die Betzdorfer nicht. Selbst ein 0:3 wie zuletzt gegen Mehring lässt sie nicht resignieren. Lopez: „Sie setzen auf die Karte Angriff, stürmen einfach weiter, kommen wieder ran und schaffen dann auch noch den Ausgleich.“ Besonders auf die Offensive um Top-Stürmer Kenny Scherreiks, Ömer Hikmet Aydin und Butrint Jashari müsse sein Abwehrverbund „ein sehr wachsames Auge werfen.“

Und so setzt Lopez dann auch auf eine disziplinierte Mannschaftsleistung vor heimischer Kulisse. Technische Kabinettstückchen seien hier erst gar nicht gefragt „und schon gar nicht angebracht“, versicherte Lopez, „es wird in jedem Fall für uns ungeheuer schwer.“ Immerhin: Die Personaldecke des TuS Oberwinter hat sich vor der Partie wieder entspannt. Mit Tim Palm, Tobias Nuhn und Julian Merken kehren drei Stammspieler zurück ins Team. Weiterhin fehlen werden Lopez allerdings mit Yannik Schweigert (Bänderriss), Fabian Münch und Jordan Schmitt wichtige Akteure.

Quelle:Rhein-Zeitung