Dritter Sieg in Folge soll Aufschwung des TuS Oberwinter beflügeln

Der TuS Oberwinter schöpft im Abstiegskampf der Fußball-Rheinlandliga wieder Hoffnung. Nun geht es am Sonntag (15.30 Uhr) beim VfB Linz erneut gegen einen Rivalen.

Ausgangslage: Nach dem 4:2-Heimerfolg gegen den SV Morbach will der TuS nun mit dem dritten Sieg in Folge seine Aufholjagd fortsetzen. Und wie auch der letzte Gegner zählt auch der kommende zu den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Der Linzer Aufwärtstrend hat zuletzt mit dem 1:2 beim SV Mehring, der ersten Niederlage im Kalenderjahr 2018, einen leichten Dämpfer erhalten. Was gegen Morbach galt, hat auch fürs Spiel gegen den VfB Gültigkeit. Mit einem Sieg zieht der TuS einen weiteren Gegner ins Abstiegskampfgetümmel, bei einer Niederlage hat sich der Gegner erst einmal verabschiedet.

Gegner: Der VfB Linz ist wie auch Oberwinter im vergangenen Sommer wieder in die Rheinlandliga aufgestiegen. Nach dem Abstieg 2013 hat es nach vier Jahren in der Bezirksliga Ost wieder mit der Rückkehr geklappt. Trainer Paul Becker (53) hat die Mannschaft am 1. Juli 2015 übernommen, sie in seinem ersten Jahr in Linz auf Platz drei in der Bezirksliga geführt und in der Saison danach den Aufstieg geschafft. Der VfB hat bislang, abgesehen von zwei Ausnahmen, nie auf einem Abstiegsplatz gestanden. Mit Michael Fiebiger (13 Treffer) haben die Linzer den drittbesten Stürmer in ihren Reihen, mit Eric Becker einen guten Spielgestalter.

Hinspiel: Eine wilde Partie erlebten die 200 Zuschauer am 17. September in Bandorf. Da führte der TuS durch Tore von Jonas Jaber (11.) und Paul Gemein (31.) gegen den Mitaufsteiger schon mit 2:0 – und schaute am Ende doch in die Röhre. Die Gäste glichen nicht nur aus (40., 57.), sondern gingen auch noch in Führung (65.). Dabei spielten sie ab der 55. Minute in Unterzahl, nachdem Michael Fiebiger Gelb-Rot gesehen hatte. Selbst der 3:3-Ausgleich durch Jaber (69.) warf sie nicht mehr zurück. Zwei weitere Linzer Treffer (73., 90.+3) besiegelten die zweite Oberwinterer Heimniederlage.

Statistisches: Mit acht Punkten aus den ersten vier Spielen des Jahres (der bisher besten Phase des VfB in dieser Saison) hat sich Linz ein wenig Luft auf die Abstiegsränge verschafft, die aber nach der Niederlage in Mehring wieder etwas dünner geworden ist. Der letzte Oberwinterer Sieg datiert vom 25. Januar 2011 (6:1), danach gab es aber auch nur noch drei Spiele (zwei Remis, eine Niederlage). Linz hat drei seiner zwölf Heimspiele gewonnen (13 Punkte), Oberwinter zwei von zwölf Auswärtsspielen (9 Punkte). Zwei Siege wie zuletzt sind dem TuS in dieser Saison schon einmal geglückt mit dem 2:1 gegen Mayen und dem 5:1 bei der SG Badem am vierten und fünften Spieltag. Danach gab es lange Zeit nur noch einen Sieg – bis jetzt eben der Doppelschlag gelang.

Trainerwort: Mit dem jüngsten Auftritt seiner Mannschaft zeigte sich TuS-Trainer Tomas Lopez sehr zufrieden: „Das war eine ansprechende Leistung. Wir hatten viele gute Phasen.“ Dass es trotz eines 3:0-Vorsprungs zwischenzeitlich noch spannend geworden ist beim 2:3, wollte er seiner Mannschaft nicht ankreiden: „Wir hatten auch einen starken Gegner, der Fußball spielen kann.“ Zumal sein Team ja noch in Unterzahl das 4:2 erzielte. „Das war eine Top-Einstellung“, so Lopez. Mit Yannick Schweigert, der nach einem Foul Rot gesehen hatte, wollte er nicht zu hart ins Gericht gehen: „Klar, die Rote Karte kann man geben. Aber kein Vorwurf an Yannick. Das war keine Absicht. Er geht nun mal immer voll in den Zweikampf.“ Den VfB Linz hält er wie Morbach für eine spielstarke Mannschaft: „Die spielt sich ihre Chancen gut heraus. Da müssen wir sehen, dass wir die Räume eng machen und auf dem Platz mehr miteinander reden, um uns besser zu organisieren.“

Personal: Yannick Schweigert wird nach der Roten Karte in der Abwehr fehlen. Für ihn einspringen könnte Mario Brötz, der nach Verletzung zuletzt wieder auf der Bank gesessen hatte. Ein Kandidat wäre auch Deniz Öztürk, der nach Sperre wieder dabei ist. Fabian Groß meldete sich nach überstandener Verletzung zwar wieder zurück, ein Einsatz von Beginn an käme wohl aber noch zu früh. Beim VfB kehren Eric Becker, Eray Kizilkan und Fabian Lacher in den Kader zurück.

Auf der anderen Seite hat sich Stürmer Andreas Schuht am vergangenen Sonntag im Spiel gegen Mendig (2:0) schwer verletzt. Ihm droht eine längere Pause.
Quelle:Rhein-Zeitung