Oberwinter erlebt gegen Linz böse Pleite nach 2:0-Führung

Der TuS Oberwinter ist im rheinischen Derby der Fußball-Rheinlandliga böse unter die Räder gekommen. Trotz bester Chancen und einer mehr als halbstündigen Überzahl unterlag das Team von Trainer Tomas Lopez dem VfB Linz zu Hause verdient mit 3:5 (2:1). Die Gäste hatten sich durch einen Platzverweis gegen Michael Fiebiger nach Gelb-Rot (55.) selbst geschwächt, doch Oberwinter konnte daraus kein Kapital schlagen angesichts der eigenen eklatanten Abschlussschwäche.

„Den Schlüssel für die Niederlage sehe ich in dem Platzverweis. Ohne selbst Druck aufzubauen, haben wir Linz einfach spielen lassen und dazu auch noch Gastgeschenke verteilt“, analysierte Lopez sichtlich angefressen die bittere Heimpleite. Zumal Oberwinter eine 2:0-Führung leichtfertig verspielt hatte.

Vor rund 200 Zuschauern hatten zweimal Jonas Jaber (11., 69.) und Paul Gemein (31.) für die Hausherren getroffen. Den Gästen genügten mit dem Doppelpack von Leonor Tolaj (40., 90.+3) und den Treffern von Andreas Schuht (57.), Michael Krupp (65.) und Mario Seitz (73.) im Prinzip fünf Möglichkeiten, um damit beeindruckend ihre schwarze Serie von vier sieglosen Spielen zu beenden.

„Oberwinter hat uns wieder zurück ins Spiel gelassen. Wir haben uns aufgerappelt und einfach alles gegeben. Aufgrund der kämpferischen Leistung in der zweiten Halbzeit hat meine Elf hier verdient gewonnen“, zeigte sich VfB-Trainer Paul Becker nach Spielschluss entspannt, nachdem er im zweiten Durchgang noch wegen Meckerns von Schiedsrichter Michel Lehmann hinter die Barriere verbannt worden war.

Oberwinter legte einen Start nach Maß hin mit dem 1:0 durch Jaber (11.). Und die Gastgeber blieben am Drücker. Tim Palm tauchte frei vor dem Linzer Schlussmann Sebastian Seitz auf, jagte den Ball aber knapp am Linzer Tor vorbei. Die Gäste agierten ideen- und harmlos, und Oberwinter legte nach. Gemein fackelte nicht lange und erzielte mit einem Flachschuss ins lange Eck das 2:0 (31.).

Die Partie schien vorzeitig gelaufen, zumal die Hausherren reihenweise weitere hochkarätige Gelegenheiten herausspielten, sie aber ungenutzt verstreichen ließen. Palm, der erneut völlig frei zum Schuss kam, hätte noch vor der Pause für Oberwinter alles klarmachen müssen (36.).

„Wenn Oberwinter das 3:0 gelungen wäre, dann wäre das das Aus für uns gewesen“, räumte VfB-Trainer Becker ein. So aber konnte Linz sich sammeln und noch vor der Pause durchstarten. Wie aus dem Nichts kam Linz durch Tolaj zum 1:2-Anschlusstreffer (40.). Ein Treffer mit Signalwirkung.

Denn Oberwinter zeigte nach der Pause urplötzlich ein anderes Gesicht, und TuS-Schlussmann Benjamin Kauert verlor prompt die Übersicht. Mit einer sehenswerten Bogenlampe von Andreas Schuht kamen die Gäste zum 2:2-Ausgleich (57.) Nun hatte Oberwinter echte Probleme, wieder in die Partie zurückzufinden. Während die Hausherren selbst in Überzahl kaum noch Akzente setzten, wollten die Linzer unbedingt den Führungstreffer. Doch Mario Seitz traf nur den Pfosten (60.). Dann aber ging’s ganz schnell über die linke Schokoladenseite der Linzer, und die unkonzentrierten Gastgeber lagen durch Michael Krupp mit 2:3 im Rückstand (65.).

Doch Jaber gelang mit einem spektakulären Fallrückzieher prompt der 3:3-Ausgleich (69.). Wer nun glaubte, Oberwinter könnte nochmals nachlegen, sah sich getäuscht. Nach einer schönen Linzer Kombination bediente Krupp seinen Kollegen Seitz. Gegen dessen Schuss zum 4:3 war Schlussmann Kauert machtlos (73.).

Damit nicht genug: Linz agierte bei seinen Kontern nun wie befreit. Der Lohn für den engagierten Auftritt war der Schlusspunkt zum 5:3 in der Nachspielzeit durch Tolaj, der nach sehenswerter Vorarbeit von Seitz unbedrängt einköpfte (90. +3).

Quelle. Rhein-Zeitung