Sonntag 14:30 Uhr Heimspiel gegen Morbach.

Abstiegskampf ist ein zähes Geschäft. Einsatzwillen braucht es, einen festen Willen, Langmut, unerschütterlichen Glauben an sich auch nach Rückschlägen – und natürlich am besten möglichst viel Konkurrenz. Die belebt nicht nur das Geschäft, sondern vergrößert auch die eigenen Chancen. Je mehr potenzielle Abstiegskandidaten, desto geringer die Chance, dass es einen selbst trifft.

Vor rund zwei Wochen durfte der TuS Oberwinter, hier mit Yannik Schweigert, wieder mal jubeln nach dem 5:2 gegen die SG Badem. Nach einer Zwangspause am vergangenen Wochenende soll nun am Sonntag der nächste Heimsieg folgen. Foto: Vollrath
Vor rund zwei Wochen durfte der TuS Oberwinter, hier mit Yannik Schweigert, wieder mal jubeln nach dem 5:2 gegen die SG Badem. Nach einer Zwangspause am vergangenen Wochenende soll nun am Sonntag der nächste Heimsieg folgen.
Foto: Vollrath
Insofern kann Fußball-Rheinlandligist TuS Oberwinter am Sonntag verhindern, dass sich einer dieser Konkurrenten aus dem Kreis der Gefährdeten verabschiedet. Mit einem Heimsieg im Spiel ab 14.30 Uhr gegen den SV Morbach könnte die Mannschaft von Trainer Tomas Lopez nicht nur den Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz verringern, sondern gleichzeitig auch den Gegner in Sichtweite halten.

Mit derzeit neun Punkten Rückstand (bei allerdings auch einem Spiel weniger) hat der Abstand zwar schon beträchtliches Ausmaß, bei einem Erfolg am Sonntag und zudem einem weiteren im noch nicht neu angesetzten Nachholspiel bei der SG Betzdorf sähe das aber schon wieder ganz anders aus.

Klar, dass die Oberwinterer am vergangenen Wochenende nur zu gern in Betzdorf gleich nachgelegt hätten. Der Schwung des vorangegangenen 5:2-Erfolgs gegen die SG Badem/Kyllburg/Gindorf, dem ersten seit dem 8. Oktober (3:0 beim SV Mehring), war da noch frisch, wurde aber mit der Absage aus Betzdorf erst einmal wieder etwas gebremst. „Natürlich hätten wir gern gespielt“, meint Lopez bedauernd. Zumal auf die Schnelle kein Testspielgegner zu finden war, sodass sich die Mannschaft eben nur mit Training bei Laune halten konnte und nun auch noch bei der Neuansetzung eine Westerwald-Tour in der Woche droht. „Betzdorf ist eines der schlimmsten Auswärtsspiele“, so Lopez: „Aber so ist es nun mal, da müssen wir das Beste draus machen.“

So schnell lässt sich der Trainer eben nicht aus der Ruhe bringen. Sein Langmut und unerschütterlicher Glaube an seine Mannschaft waren auch im Heimspiel gegen Schlusslicht Badem nicht ins Wanken geraten, als sich der TuS früh einen 0:1-Rückstand eingehandelt hatte. „Weil ich gesehen habe, dass sich die Spieler davon nicht verunsichern ließen und zuversichtlich geblieben sind.“

Eine Tugend, die sich auszahlen sollte, stand am Ende doch eben mit dem 5:2 der fünfte Sieg in dieser Saison zu Buche. Wobei Lopez an Ende dann doch noch einigen Kritikbedarf sah: „Nach dem 4:1 haben wir zu sehr nachgelassen, da waren wir 20 Minuten nicht im Spiel. Das hätte noch ins Auge gehen können.“ Seine Forderung: „Wir müssen 90 Minuten konzentriert bleiben.“ Aufs Glück darf man sich eben nicht verlassen schon gar nicht im Abstiegskampf. Wobei den Oberwinterern genau das im Hinspiel in Morbach zur Seite gestanden hatte.

„Bei dem 1:1 damals hatten wir viel Glück“, erinnert sich Lopez. Nach de, 1:0 durch Jonas Jaber (34.) war den Gastgebern nur noch ein Treffer gelungen durch Casmir Mbachu (79.) trotz vieler Gelegenheiten. Offenbar ein Grundproblem bei den Morbachern: die mangelnde Chancenauswertung. „Denn eigentlich hat Morbach eine der spielstärksten Mannschaften der Liga“, meint Lopez. Kapitän Heiko Weber etwa hält er für einen der besten Mittelfeldspieler in der Klasse. Und mit besagtem Mbachu verfügen die Morbacher sogar auch über den fünftbesten Stürmer in der Rheinlandliga (zwölf Tore). Nur fehlt es dann eben noch an weiteren zielsicheren Offensivakteuren.

Stichwort „fehlen“: Für den Rest der Saison muss der TuS Oberwinter auf Mohamed Ahardane verzichten, der zuletzt noch den Treffer zum 5:2-Endstand gegen Badem erzielt hat. Nun hat sich der Stürmer im Training den Fuß gebrochen, womit für ihn die Saison beendet ist.

Was die Aufstellung fürs Heimspiel gegen Morbach betrifft, ist der Einsatz der angeschlagenen Sebastian Sonntag (Knieprobleme) und Mario Brötz (Leistenbeschwerden) zudem noch fraglich.

Quelle. Rhein -Zeitung